HUDE - Sabine Frerichs hat als medizinische Fußpflegerin in Hude eine Praxis gegründet. Schon als Schülerin schlug sie ihren Berufsweg ein.

Von Kristian klooß

HUDE - Nägel zu kürzen, Hornhaut abzuraspeln und kleine Hühneraugen zu entfernen ist noch das Harmloseste, was Sabine Frerichs mit den Füßen ihrer Kunden anstellt. „Das gehört zur Grundpflege“, sagt die 41-jährige Podologin. Komplizierter wird es erst, wenn sie sich Pilzen oder Warzen gegenübersieht, wenn sie mit kleinen Metallspangen eingewachsene Fußnägel verbiegt, damit diese wieder gerade wachsen können oder wenn sie im Rahmen einer Orthosenbehandlung Kunststoffstützen fertigt, um Druckstellen zwischen krumm gewachsenen Zehen zu verhindern.

„Ich finde es schön, mit meinen eigenen Händen zu heilen oder mit ihnen die Schmerzen von Menschen zu lindern“, sagt Sabine Frerichs. Schon früh sei ihr das klar gewesen. Denn schon als Schülerin begann sich die gebürtige Delmenhorsterin im Laufe eines Berufsfindungspraktikums in einem Krankenhaus, für die Arbeit der dortigen Masseure zu interessieren. 1986 begann sie dann ihre eigene Ausbildung in Oldenburg. Danach arbeitete sie sechzehn Jahre lang in einer Massagepraxis.

Daran hätte sich vielleicht nicht viel geändert, wenn sie nicht 1998 eine kleine, aber für ihren Werdegang doch überaus wichtige Investition getätigt hätte. „Ich habe damals ein Fußpflegegerät gekauft und damit die Füße meiner Oma gepflegt. Und wie das dann so ist: Bei der Freundin meiner Oma sollte ich das gleich mitmachen. Und die Freundin, die hatte wiederum eine Nachbarin. Und so ging das immer weiter“, erinnert sich Sabine Frerichs schmunzelnd.

So begann sie als mobile Fußpflegerin zu arbeiten. „Das lag mir einfach“, sagt sie. Und spätestens im Jahre 2003, als sie sich von der Massagepraxis zu lösen begann, war der Weg zu einer eigenen Praxis geebnet. Den Weg in die Selbstständigkeit ermöglichte ihr auch die Weiterbildung zur staatlich geprüften Fußpflegerin, zur so genannten Podologin. „Das ist ein Heilberuf, mit dem ich über die kosmetische Fußpflege hinaus auch medizinische Fußpflege anbieten darf“, sagt sie. Vor allem ältere Menschen und Diabetiker gehören zu ihren Patienten.


Gerade hat sie ihr erstes Rezept für eine Huderin geschrieben, sagt sie stolz. Die meisten ihrer Patienten besucht Sabine Frerichs weiterhin auswärts. Denn erst vor wenigen Wochen hat sie ihre kleine Praxis in der Lindenstraße 6 eröffnet. Acht Quadratmeter misst diese, „ein Quadratmeter mehr als nötig, um von den Krankenkassen zugelassen zu werden“, sagt Sabine Frerichs. Doch genügend Platz für Patientenstuhl, Behandlungshocker und ein paar kleine Schränkchen, auf denen Fläschchen mit Ölen stehen und Dosen mit der Aufschrift „Hornhautweicher“ oder „Fußschaum Creme“. Von den kleinen Zangen in den Schubladen mal ganz abgesehen.