HUDE - 102 Jahre sind eine lange Zeit. Das Haus mit der Nummer 8 Auf der Nordheide hat dem Zahn der Zeit standgehalten. Erbaut im Jahre 1908 als Geschäftshaus der Unternehmerfamilie Heinemann, ist es seit 1996 im Besitz von Claus Siefken.
Der Maschinenbauer weiß nicht viel über die Vorgeschichte des Gebäudes. Einige wenige Pläne und Unterlagen habe ihm der Vorbesitzer hinterlassen. „Ich habe das Haus 1996 gekauft. Es stand damals bestimmt schon seit zwei Jahren leer. Mir hat vor allem die zentrale Lage sehr zugesagt. Seit 2006 wohne ich hier mit meiner Familie“, erzählt der gebürtige Ganderkeseer.
Er hatte das im Stil der Reformarchitektur erbaute Haus im Jahre 2005 renovieren und aufstocken lassen. Nach detaillierten Informationen und Bauplänen musste er dafür lange suchen. „Es gab nur einige Pläne, die stammen aus dem Jahr 1978. Die Grundrisse für Renovierungs- und Sanierungsarbeiten habe ich weitgehend selbst anfertigen lassen müssen“, erklärt er. Über die Ursprünge des Hauses wisse er nicht viel mehr, als dass es von der Familie Heinemann erbaut wurde.
Siefkens Nachbar Hinrich Schröder weiß mehr über die Geschichte des Hauses. Seit seiner Geburt im Jahre 1932 lebt der 78-Jährige schräg gegenüber, und hat den Wandel miterlebt. „Mit der Familie Heinemann hatten wir guten Kontakt. Der Holz- und Kohlehändler ,Opa Heinemann, wie wir ihn als Kinder nannten, hatte das Haus gebaut“, erinnert sich Schröder.
Mit den Kindern der Familie habe der heutige Rentner damals oft gespielt. „Heinemann hatte zwei Söhne, Hermann und Johann Heinemann. Hermann war kinderlos. Ich weiß noch, dass er sich das Gebäude mit dem Kolonialwarenladen Holscher teilte. Er selbst führte zu der Zeit ein Spirituosengeschäft. Ich meine, dass er dann in den 70er Jahren gestorben ist, gleich darauf dann seine Frau. Was mit dem Erbe geschehen ist, kann ich nicht sagen“, sagt Schröder.
Geschäftsräume kennzeichnen das Gebäude bis heute. Seit 15 Jahren mietet das China Restaurant „King Palast“ die unteren Räume. Auch das Nebengebäude, wo Heinemanns Pferde und Wagen ihren Unterstellplatz hatten, kehrt zurück zu seinen Ursprüngen: Nach Siefkens Plänen soll dort eine Garage entstehen.
