HUDE - Im kommenden Frühjahr soll eine Ein-Euro-Kraft die Pflanzen zurückschneiden. Eine langfristige Lösung für das Problem ist indes noch nicht in Sicht.
Von Andreas Naaf
HUDE - An Einsatzwillen hat es Wolf E. Schultz wahrlich nicht gemangelt. Über mehrere Jahre hat der Bildhauer versucht, den Wildwuchs der Disteln auf dem von ihm geschaffenen Skulpturenufer im Zaum zu halten. Nun soll mit der Gärtnerei Schluss sein. „Es ist sehr anstrengend“, begründet der 65-Jährige, „und ich möchte meine Kräfte lieber den Skulpturen widmen.“Schultz kommt es besonders darauf an, die Fläche am Huder Bach möglichst in ihrem natürlichen Zustand zu belassen. Aber ein Problem gibt es dennoch: die Disteln. „Wenn sie nicht regelmäßig zurückgeschnitten werden“, meint Schultz, „drohen sie das Gelände zu ersticken.“
Daher hat der Bildhauer bereits Kontakt zum Gemeinderat und zum Bürgermeister aufgenommen. Doch in Zeiten knapper Kassen ist eine gemeindliche Pflege der Fläche eben keine Selbstverständlichkeit mehr. Zwar hat Bürgermeister Axel Jahnz in einem persönlichen Gespräch mit Schultz zugesagt, im kommenden Frühjahr eine Ein-Euro-Kraft auf die Disteln anzusetzen – eine langfristige Lösung ist aber noch nicht in Sicht. Obwohl bei der jüngsten Sitzung des Gemeindeentwicklungsausschusses parteiübergreifend die Meinung vorherrschte, das Skulpturenufer habe einen großen Werbeeffekt und sei daher äußerst positiv für Hude.
Einen Groll gegen die Gemeinde hegt Bildhauer Schultz indes nicht: „Man kann ihr keinen Vorwurf machen, wenn sie meint, Straßenbau sei wichtiger.“
Außerdem habe die Zusammenarbeit in der Vergangenheit eigentlich immer funktioniert – Brombeerbüsche und Brennnesseln seien weitgehend vom Terrain verbannt worden.
Dennoch will sich Schultz weiter für einen wirkungsvollen und vor allem regelmäßigen Rückschnitt der Disteln einsetzen. Zudem sollten seiner Ansicht nach die Trampelpfade einmal pro Jahr gemäht werden. Denn der Bildhauer weiß: vor allem Besucher von außerhalb haben öfter ein Problem mit dem ursprünglich-natürlichen Zustand des Skulpturenufers. „Ein Großstädter ohne Gummistiefel fängt da sofort an zu meckern“, behauptet er.
42 Kunstwerke auf 1,4 Hektar Fläche
