HUDE - HUDE/KOS - Zu einem Ausflug in Hudes Vergangenheit lädt Gästeführerin Edeltraut Wachtendorf für kommenden Sonntag, 10. April ein. Sie bietet eine Führung über das Gelände der ehemaligen Benzinfabrik, insbesondere durch die Fabrikantenvilla Bornemann, in der seit nunmehr 20 Jahren das „Haus Marienhude“, eine Bildungsstätte der Diakonie für Zivildienstleistende, untergebracht ist. Interessierte treffen sich um 10 Uhr auf dem Parkplatz des Hauses Marienhude an der Ecke Hohe Straße/Lerchenstraße. Es wird ein Kostenbeitrag von 2,50 Euro erhoben.
Durch die aktuellen Pläne, an der Ecke Hohe Straße/Breslauer Straße einen Supermarkt anzusiedeln, ist die Vergangenheit des Areals wieder aktuell geworden.
1890 hatten Bremer Kaufleute die „Bremer Chemische Fabrik AG“ gegründet und gleichzeitig die Konzession für die Errichtung einer chemischen Fabrik in Hude erworben. Von hier aus wurden Industrien in Bremen, Delmenhorst, Oldenburg, Hannover, Hamburg und im Ruhrgebiet mit den Produkten beliefert. Dazu gehörte auch der Treibstoff „Hudolin“, der in ganz Norddeutschland gehandelt wurde. Besonders gewinnträchtig war ein Mittel zur Wollentfettung, das in der „Delmenhorster Wolle“ zum Einsatz kam. Krimhild Stöver hat 1990 mit Huder Schülern die Geschichte der Benzinfabrik recherchiert. Ein Bericht erscien damals in der NWZ .
Das Fabrikgelände erstreckte sich damals von der Hohen Straße bis zur Gartenstraße und von der Breslauer bis zur Lerchenstraße. Übrig geblieben sind ein Arbeiterwohnhaus für acht Familien sowie drei Villen. Die prachtvollste Villa im westlichen Teil des Geländes war die des früheren Direktors Bornemann, heute das „Haus Marienhude“. Die Villa des 2. Direktors ist das heutige katholische Pfarrhaus. Die dritte Villa, in den vergangenen Jahren stilvoll renoviert, war Verwaltungs- und Wohngebäude.
Nach dem Rundgang über das Areal der ehemaligen Benzinfabrik ist vorgesehen, mit dem Fahrrad oder Auto zum etwa 600 Meter entfernten „Skulpturenufer“ am Huder Bach zu fahren und die Arbeiten des Künstlers Wolf E. Schultz anzuschauen. Der Weg führt am Goldberg vorbei, in dem der Sage nach immer noch ein Schatz vergraben sein soll.
Nähere Informationen zur Gästeführung erteilt Edeltraut Wachtendorf unter der Telefonnummer 04408/7620.
