HUDE - HUDE/KOS - Die Durchfahrtshöhe für die geplante Bahnunterführung im Zuge der Vielstedter Straße in Hude erhitzte gestern Abend im Rathaus erneut die Gemüter. Nach längerer kontroverser Diskussion, unterbrochen von einer durch die SPD beantragt 15-minütige Sitzungspause, stimmte die Mehrheit des Gemeinderates dafür, den für den Ausbau notwendigen Bebauungsplan auf der Grundlage von 4,5 Meter weiterzuführen. Grüne und ein Teil der SPD waren dagegen.

Um Planungssicherheit für Landkreis und Straßenbaubehörde zu schaffen, so Matthias Kreusel, müsse die Gemeinde ein Signal setzen. Der Leiter der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Joachim Delfs, habe deutlich gemacht, dass nur 4,5 Meter bezuschusst würde. Auch die Deutsche Bahn habe ihre Zustimmung von dieser Höhe abhängig gemacht.

Die Grünen, so Birte Wachtendorf, stünden dem Projekt weiter negativ gegenüber. Das Bauwerk sei absolut nicht erforderlich. Dafür fast fünf Millionen Euro auszugeben, sei auch angesichts knapper Kassen unverantwortlich.

Bernhard Wolff (CDU) zeigte sich froh über die klare Aussage von Delfs. Kurz Bisanz (LBfH) sah sich von den Verantwortlichen „an der Nase herumgeführt“. Vor einigen Jahren habe der Rat einmütig für die kleinere Lösung gestimmt. Nun sei er gezwungen, der großen zuzustimmen. Ähnlich Rolf Schote (FDP), der widersprüchliche Aussagen beklagte. „Warum zwingen uns die Gesetze zu dieser Höhe?“, beklagte er.

Heiko Aschenbeck (SPD) erinnerte an den Kreistagsbeschluss aus dem Jahre 1973, der eine große Lösung (25 Millionen DM) mit neuer Trasse und Unterführung in Höhe des heutigen Markant-Marktes vorgesehen habe. In den 80-ern habe man beschlossen, bei der alten Trasse zu bleiben und entsprechend die erste Brücke ausgebaut. Auch 4,2 Meter seien unter gewissen Voraussetzungen zuschussfähig. Diese Option müsse man sich offen halten. Es wäre auch im Interesse der Anlieger und der Kosten (die große Lösung wäre etwa 500 000 Euro teurer) die vernünftigste Lösung.


Ein klares Signal an den Kreistag forderte auch Bürgermeister Axel Jahnz. Das Projekt liege seit über 30 Jahren auf Eis und dürfe jetzt nicht „beerdigt“ werden. Weiter machte er deutlich, dass der geringste Teil der Kosten von der Gemeinde zu tragen sei.