Hude - „Da haben wir ein Dilemma“, machte auch Bürgermeister Holger Lebedinzew im Ausschuss für Gemeindeentwicklung deutlich, dass die Verwaltung sehr wohl weiß um die schwierige Situation mit der Haltestelle für den Schienenersatzverkehr in Hude. Wenn Züge ausfallen, halten die Busse an der Südseite des Bahnhofs, an der Hohen Straße. Dort herrscht dann Chaos. „Die Ampel, drei Busse in Folge, keine abgesenkten Bordsteine“, so Jörg Kreusel vom Behindertenbeirat. Es gebe ein hohes Unfallrisiko. Hinzu komme der nicht barrierefreie Zugang zum Bahnhof über die zu steile Rampe.
Der Behindertenbeirat hatte in einer umfangreichen Stellungnahme dringenden Handlungsbedarf betont und darauf hingewiesen, dass doch der Bahnhofsvorplatz auf der Nordseite gerade unter dem Gesichtspunkt Barrierefreiheit gestaltet wurde und dafür seinerzeit sogar Fördergelder geflossen seien. Die Freien Wähler hatten dies aufgegriffen und angeregt, den Schienenersatzverkehr, also den Bushalt, auf den Bahnhofsvorplatz zu verlagern. Zumindest für die Zukunft sollte darüber nachgedacht werden, so Fraktionschefin Ursula Budde.
Aktuell sei die Verlagerung wegen der dort etablierten Veranstaltungen wie Wochenmarkt und Weihnachtsmarkt keine Alternative, machte der Bürgermeister deutlich. Diese Einschätzung gebe es auch von der Bahn. Und eine Ersatzbus-Haltestelle direkt an der Parkstraße als Alternative würde wegen des hohen Verkehrsaufkommens aus Sicht der Polizei eher noch mehr Probleme bereiten als derzeit an der Hohen Straße (Südseite). Den Wochenmarkt nicht nur während des Weihnachtsmarktes, sondern grundsätzlich auf die Südseite (Schützenplatz) zu verlegen, sei sicherlich problematisch aus Sicht der Beschicker.
Eine Lösung allerdings gebe es. Der Torfplatz auf der Nordseite habe von Lage und Größe her das Zeug dazu, das Problem zu lösen. Sprich: Der Platz könnte so hergerichtet werden, dass er die Märkte aufnehmen könne. Frage sei, ob man das im Zuge des in Arbeit befindlichen Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes mache, um eventuell auch Fördermittel dafür zu bekommen. Oder ob man mit einer „kleinen Maßnahme“ starte, indem man für Versorgungsleitungen und weitere Befestigung des Platzes sorge, meinte der Bürgermeister. Zu dem Ansinnen, den Schienenersatzverkehr von Süd nach Nord zu verlagern, hatte die Verwaltung aus besagten Gründen einen ablehnenden Beschlussvorschlag unterbreitet. Dieser wurde dann aber anders formuliert. Die Verlagerung werde befürwortet, heißt es jetzt. Die Umsetzung werde aber zurückgestellt, bis die Voraussetzungen geschaffen seien.
