HUDE - Regine Strickhausen ist vor 27 Jahren aus der Großstadt nach Hude gezogen, weil es im Klosterort „idyllisch und schön“ ist. Dieses Bild hat aus ihrer Sicht in der Vergangenheit bereits einige Kratzer bekommen. Weiteren Schaden würde es nehmen, wenn die kombinierte Tunnel-/Kreisellösung an der Vielstedter Straße (K 226) zum Tragen käme, befürchtet die Huderin.

Treffen am Mittwoch

Die hohen Baukosten von sechs Millionen Euro, mit denen das Großprojekt kalkuliert wird, können nach Meinung von Regine Strickhausen wesentlich sinnvoller verwendet werden. Extrem „sauer aufgestoßen“ ist ihr die Ankündigung, dass die Gemeindeverwaltung ein Zwangsenteignungsverfahren gegen Margaretha von Witzleben prüfen lässt, um in den Besitz der für den Tunnel-Neubau benötigten Flächen zu kommen. Sie hat sich daher gemeinsam mit einer Freundin entschlossen, an diesem Mittwoch, 24. Februar, zu einer Versammlung in die Klosterschänke einzuladen. Beginn ist um 20 Uhr.

Dabei soll ausgelotet werden, welche Möglichkeiten es gibt, das Bauwerk aufzuhalten. Eingeladen sind insbesondere diejenigen, die dem bisherigen Verfahren mit einem Gefühl der Ohnmacht gegenüberstehen: „Es gibt viele, die sagen, was kann ich schon dagegen ausrichten.“ Regine Strickhausen jedenfalls möchte sich nicht vorwerfen lassen, sie hätte nichts unternommen, um die so genannte „große Lösung“ zu verhindern. Sie wendet sich in ihrer Einladung auch ausdrücklich an „nicht-informierte“ Bürger, die sich mit einzelnen Planungsvarianten, Gutachten und Kostenschätzungen nicht auskennen.

AGfH ist eingeladen


Um Informationen zu geben, hat sie Martin Gerdes-Röben von der Aktionsgemeinschaft für Hude (AGfH) dazu gebeten. Die AGfH hält die kombinierte Tunnelneubau-/Kreisellösung sowohl technisch als auch finanziell für nicht machbar und plädiert stattdessen für einen separaten Extratunnel nur für Radfahrer und Fußgänger. Diese wesentlich kostengünstigere Variante (rund 500 000 Euro) bevorzugt auch der Landkreis Oldenburg als Straßenbaulastträger.

Ideen sammeln

Regine Strickhausen ist es wichtig, nicht einfach nur „Nein“ zu sagen („das erzeugt Gegendruck“), sondern umweltverträglichere Alternativen zu benennen. Sie hält es mit Mahatma Ghandi, der „zivilen Ungehorsam“ gepredigt hat mit dem Ziel, „den falsch Handelnden zu bekehren, nicht zu bezwingen.“ Dafür sollen Mittwoch Ideen gesammelt werden. Danach soll es in regelmäßigen Abständen weitere Treffen geben.