HUDE/VIELSTEDT - HUDE/VIELSTEDT - Als gesellschaftlicher Höhepunkt im Jahr gilt beim Hegering Hude der traditionelle „Grüne Abend“, der am Sonnabend auf der alten Bauerndiele des „Vielstedter Bauernhauses“ gefeiert wurde. Unter der noch seit dem vergangenen Herbst über der Tanzfläche schwebenden Erntekrone hatten sich Hegering-Mitglieder mit Besuchern und Gästen versammelt.

Für den verhinderten Hegerlingleiter Rudolf Specketer begrüßte dessen Stellvertreter Heino Rippen die Gäste, darunter Bürgermeister Axel Jahnz, den Landtagsabgeordneten Thorsten Thümler sowie Mitglieder der benachbarten Hegeringe Ganderkesee und Stedingen mit dessen Hegeringleitern Jan-Bernd Meyerholz und Karl-Bernd Böse.

Eröffnet wurde der Abend auf der jagdlich dekorierten Museumsdiele durch die Jagdhornbläsergruppe Ganderkesee/Hude. In seinem Streckenbericht ging Rippen zunächst auf das Rehwild als die Hauptwildart in den zehn Revieren des Hegeringes ein. Es wurde das erste Mal nach dem dreijährigen Abschussplan bejagt. Rippen appellierte an die Waidgesellen, diesen Abschussplan zu erfüllen, um den „Druck von der Straße zu nehmen“. Damit sprach er die nach wie vor sehr hohen Fallwildzahlen (Tiere, die Unfällen zum Opfer fallen) an.

Bei den Hasen sei die Strecke wegen der schonenden Bejagung durchschnittlich gewesen. Der Feldhase sei im nördlichen Bereich des Hegerings auf dem Moor stärker vertreten als im südlichen, von der Geest geprägten Teil. Eine Erholung sei bei den Kaninchen festzustellen, die unter der Viruserkrankung Myklomathose gelitten hätten. Beim Flugwild kümmern sich die Jäger um die Bestände von Fasanen, Rebhühnern, Tauben und Enten. Rabenvögel werden nach den Ausführungen Rippens im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten „scharf“ bejagt. Da die Rabenkrähe keine natürlichen Feinde mehr habe, sei sie neben der Katze der größte Feind der heimischen Singvogelpopulation. Auch den Füchsen jagen die Jäger nach wie vor hinterher, weil sie Tollwut und den kleinen Fuchsbandwurm übertragen. Untersuchungen hätten ergeben, dass der Fuchsbandwurm-Befall sich von zehn auf 20 Prozent verdoppelt habe.

Zum „Grünen Abend“ gehörte auch eine Trophäenschau mit etwa 30 Gehörnen der in den einzelnen Revieren abgeschossenen (bzw. bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommenen) Tiere. Im Verlauf des Abends sorgte die Gruppe „Concorde“ für Stimmung auf der Tanzfläche.