HUDE - Aus Ganderkesee, Oldenburg und Wildeshausen strömten sie Mittwochabend herbei, die interessierten Zuhörer, denen zum einen das Thema des Abends auf den Nägeln brannte, die vor allen Dingen aber auch den Journalisten, Fernsehmoderator und Buchautor Dr. Franz Alt einmal live erleben wollten.
Marlies Pape, stellvertretende Gemeinderatsvorsitzende, begrüßte im Forum der Peter-Ustinov-Schule den Referenten Franz Alt, der auf Initiative der regioVHS Ganderkesee-Hude in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Hude und der Landessparkasse zu Oldenburg in den Klosterort gekommen war.
Alt fährt „elektrisch“
„Elektrisch“ sei er natürlich da, betonte der umweltbewusste Buchautor, dem die Energiewende ein großes Anliegen ist und der sich seit 25 Jahren intensiv für den Ausstieg aus der Atomenergie und den vollständigen Umstieg auf erneuerbare Energieträger einsetzt. Er wolle nicht mit erhobenem moralischen Zeigefinger auf andere zeigen, so Alt. Er selber hätte auch „Tschernobyl gebraucht“, um zu erkennen, dass nicht sorglos auf Energien gesetzt werden kann, deren Ende keiner kennt. Nun bräuchten manche halt zweimal Tschernobyl, um Fehler zu erkennen. Die bestehenden Probleme ließen sich nicht weiter verdrängen, betonte der Autor eindringlich, es werde allerhöchste Zeit, Verantwortung zu übernehmen.
Lösung steht am Himmel
Die Lösung für das Energieproblem stehe zwar nicht in den Sternen, aber doch am Himmel. Mit der Sonne, die ewig scheint und nicht zur Neige geht, hätten auf dieser Erde alle Menschen für alle Zeiten alles, was sie brauchen, so Alt. „Wir brauchen weder Kohle, noch Gas, noch Öl. Die Energie, die wir durch die Sonne gewinnen können, reicht für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Habgier.“
Frei nach dem Motto „Lieber Solarvoltaik auf dem Dach als Aktien im Keller“ seien jetzt kreative und innovative Geschäftsideen gefragt. Auch mehr Ideenreichtum und Flexibilität bei Investoren, Wirtschaft, Banken sowie bei Baufachleuten und Städteplanern werde dringend notwendig. „Vielleicht lernen unsere Architekten endlich einmal, wo Süden ist.“
Wer behaupte, die hundertprozentige Energiewende sei bis 2030 nicht möglich, der habe nicht aufgepasst, monierte Alt. Bereits im Jahre 2001 hätten deutsche Ingenieure Ein-Liter-Autos präsentiert, doch „die fantasielosen, habgierigen und überbezahlten Bosse stellten dieses intelligente Auto ins Museum“, schimpfte der Referent. Auch hätten Ingenieure und Techniker dafür gesorgt, dass Deutschland in der Windenergie-Technologie, in der Solarenergie-Technologie und in der Biogas-Technologie Weltmeister sei. „Was wir heute treiben“, so der Journalist, „ist eine Beleidigung jedes deutschen Ingenieurs“.
Wir Deutschen hätten jetzt die große Chance, ein ökologisches Wirtschaftswunder zu organisieren, betonte Alt. Der Energie-Mix in 2050 könnte und müsste seiner Ansicht nach so aussehen: Solarenergie 40 Prozent, Biomasse 30 Prozent, Wind 15 Prozent, Wasser 10 und Erdöl 5 Prozent. Er selber habe natürlich Sonnenenergie auf dem Dach, sagte der Journalist. „Und glauben Sie mir“, versicherte er seinen gebannt lauschenden Zuhörern, „die Sonne hat uns in den 18 Jahren noch nie im Stich gelassen. Und auch noch keine Rechnung geschrieben.“
