HUDE - Den australischen Sommer hat der Huder Weltenbummler bereits hinter sich gelassen. Jetzt schlägt er sich auch als Leiharbeiter durch.
von Johannes hillje
HUDE - Der erste Monat im australischen Sommer ist bereits für mich vergangen. Die erste Novemberwoche verbrachte ich in Sydney. In dieser Zeit besuchte ich viele Sehenswürdigkeiten auch über die Stadtgrenze hinaus. Besonders sehenswert in der Stadt waren das „Opera House“ und die „Harbour Bridge“, die förmlich einem Kleiderbügel ähnelt und von den Australiern aus diesem Grund auch so bezeichnet wird.Das gesamte Hafengebiet ist ein angenehmer Platz, genauso wie der Hauptstrand „Bondi Beach“. Einige beeindruckende Aussichten boten sich mir im Nationalpark des Hafens. Trotz stadtnaher Lage gibt es dort eine tolle Naturlandschaft zu entdecken, die mich zum Teil an die Landschaft am der Kap der guten Hoffnung in Südafrika erinnerte. Eine Tagestour unternahm ich in das außerhalb von Sydney gelegene Gebirge „Blue Mountains“, wo ich meine ersten Kängurus zu sehen bekam. Großartig waren ebenso die Berge und Wasserfälle anzusehen. Den Namen „Blue Mountains“ tragen die Berge, weil sie aus der Ferne betrachtet tatsächlich blau aussehen.
Nach einer Woche in Sydney reiste ich weiter nördlich nach Byron Bay. Dieser kleine Ort, ebenfalls direkt an der Küste, liegt am östlichsten Punkt (Cape Byron) des australischen Festlandes. Dort kann man besonders aufregend den Sonnenaufgang mit erleben, wovon ich mich eines Morgens selbst überzeugte. Byron Bay und weitere kleine Orte in der Region wurden in den siebziger Jahren von den damaligen Hippies besiedelt. Spuren von dieser Zeit sind heute noch reichlich zu finden, beispielsweise auf dem wöchentlichen Markt in Byron, auf dem viel musiziert und getanzt wird.
Auf einem „Bushwalk“ lernte ich eine Menge über die australischen Pflanzen kennen und wie die Aborigines (australische Ureinwohner) sich diese zu Nutze machen. Noch heute gewinnen sie beispielsweise ihr Trinkwasser aus Bäumen. Aborigines kann man hier tatsächlich noch in relativ großer Anzahl antreffen. Viele leben allerdings auf der Straße und verdienen sich etwas Geld durch musikalische Unterhaltung der Passanten hinzu . . .
Nach sechs Tagen Aufenthalt in Byron Bay reiste ich weiter nach Brisbane, der drittgrößten Stadt Australiens. Da Brisbane nicht direkt am Meer liegt, hat man hier einen Strand für die Einwohner inmitten des Stadtzentrums an einem breiten Stadtfluss angelegt. Nachdem ich ein nahe gelegenes Reservat mit Kängurus und Koalabären besuchte und mich in der Stadt etwas umschaute, begab ich mich auf Jobsuche. Da ich ein Visum mit Arbeitserlaubnis besitze, darf ich „Down Under“ auch arbeiten.
Zunächst fand ich für einige Tage einen Job auf dem Bau. Die Arbeit war körperlich sehr anstrengend, aber ich arbeitete dort mit zwei anderen Reisenden aus England zusammen, was die Sache etwas angenehmer gestaltete. Seit einer Woche bin ich nun in der größten australischen Fleischfabrik angestellt. Die sehr gute Bezahlung machte die Entscheidung, diese eigentlich unangenehme Tätigkeit anzunehmen, sehr viel einfacher. Allerdings ist der Job weniger anstrengend und völlig blutfrei.
Mit einem Engländer, einem Belgier und zwei Deutschen fahre ich jeden Morgen zu der Fabrik. Die Hundertschaften von Arbeitern sind sehr freundlich zu uns temporären Arbeitskräften aus Europa. Ich werde hier voraussichtlich bis kurz vor Weihnachten arbeiten, um die Feiertage auf den phantastischen Sandinseln im „Great Barrier Reef“ zu verbringen. An einem freien Wochenende unternahm ich bereits eine Tour auf die zweitgrößte Sandinsel der Welt – „Moretan Island“. Dort entdeckte ich traumhafte Strände, eine Wüste inmitten der Insel und Seen mit glasklarem Wasser. Außerdem konnte ich Delphine und riesige Schildkröten beobachten. In der Wüste fuhr ich die hohen Dünen auf einem räderlosen, Skateboardähnlichen Brett herunter. Das so genannte „Sandboarding“ war ein riesiger Spaß.
Das Wetter ist derzeit sehr tropisch: Heiße Tage und gelegentlich verregnete Abende. Die Temperaturen erreichen fast jeden Tag gute 35 Grad.
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