HUDE - Er hat die Entwicklung des Landmaschinenherstellers Amazone über Jahrzehnte maßgeblich geprägt, nicht nur in Hude, sondern auch an Standorten in Russland und Frankreich. Nach mehr als 40 Jahren im Dienste des in Hasbergen-Gaste bei Osnabrück beheimateten Familienunternehmens nimmt Wilfried Schomäker nun als Werksleiter und Mitglied der Geschäftsleitung seinen Abschied. Eine „neue Herausforderung“ reizt den 61-Jährigen. Mit Wirkung zum 18. Januar hat Schomäker die Geschäftsführung des Baumaschinenherstellers F. Weyhausen GmbH & Co. KG in Wildeshausen übernommen. Schomäkers Nachfolger als Leiter des Huder Werkes ist der gebürtige Oldenburger Dr. Stephan Evers (39).
Den Wechsel zu Weyhausen begründet Schomäker mit seiner „Bindung“ an die Wildeshauser Firma. Vom am 28. Dezember 2009 verstorbenen Gründer Dr. Friedrich Weyhausen sei er stets „fasziniert“ gewesen.
Abschied in Raten
Schomäkers Abschied vollzieht sich in Raten: „Bis Jahresende werde ich mein Büro in Hude behalten.“ So lange wird er noch den Vorsitz der Geschäftsleitung des Kommunalgeräteherstellers Amazone S.A. Forbach in Frankreich inne haben, um begonnene Entwicklungen abzuschließen. Schomäkers bisherige Position als Geschäftsleitungsmitglied der Amazonen-Werke läuft zur Jahresmitte aus. Den Vorsitz der Amazone-Tochter Eurotechnika in Samara (Russland) wird er in den nächsten Monaten abgeben.
Besonders sein Engagement an den Auslandsstandorten wird Schomäker vermissen – schließlich war er schon seit seinem 30. Lebensjahr Direktor in Frankreich. Auch der „Job“ in Russland ist ihm ans Herz gewachsen. Werksleiter in Hude war Schomäker seit 1992, hier hat der Ingenieur Strukturen geschaffen, die zur erfolgreichen Philosophie fürs gesamte Unternehmen wurden: Handwerkliche Tugenden kombiniert mit modernster Technik einerseits, und der Anspruch, möglichst viel vom Endprodukt selbst geschaffen zu haben, andererseits. Das bescherte der Unternehmensgruppe 2008 einen Rekordumsatz von 380 Millionen Euro, bis ein Jahr später die Finanz- und Wirtschaftskrise für dramatische Auftragseinbrüche beim Landmaschinenhersteller sorgte.
Kurzarbeit ausgesetzt
Doch die Talsohle scheint durchschritten zu sein: „Mitte des Jahres geht es wieder bergauf“, erwartet Schomäker. Aus Osteuropa gebe es Zeichen, dass man zu einem „normalen“ Geschäftsverlauf zurückkehren werde. „Die Lagerbestände sind abgebaut. Was heute produziert wird, muss auch wieder gebaut werden“, freut sich Schomäker. Somit konnte bei Hudes größtem Arbeitgeber die Kurzarbeit in weiten Teilen ausgesetzt werden. „Stolz“ ist Schomäker darauf, die Krise ohne betriebsbedingte Kündigungen gemeistert zu haben.
Stephan Evers betont, er wolle den Amazone-Standort Hude entsprechend der bisherigen Planung kontinuierlich weiter voranbringen. Dies gelte insbesondere für den Ausbau des neuen Werkes in Altmoorhausen. An der grundsätzlichen Marschrichtung zur Betriebsverlagerung ändere sich nichts, allerdings musste die Zeitschiene deutlich gestreckt werden. Bislang arbeitet nur etwa die Hälfte der rund 60-köpfigen Belegschaft der Tochterfirma BBG am neuen Standort.
Stephan Evers neuer Werksleiter – Politik bedauert Abgang
