Hude - Gute Nachricht für einige, aber noch längst nicht für alle Leute, die in Hude auf der langen Liste der Interessenten für ein kommunales Baugrundstück stehen: Der Gemeinderat hat am Dienstagabend mit großer Mehrheit, bei zwei Enthaltungen und drei Gegenstimmen, den Bebauungsplan Nummer 49 „Wilhelmstraße/nordwestlich Luisenstraße“ als Satzung beschlossen.
Jetzt kann die Erschließung und damit dann auch die nachfolgende Vermarktung von zumindest rund 50 kommunalen Grundstücken in Angriff genommen werden. Weitere knapp 50 Wohneinheiten werden auf der Fläche von einem privaten Investor für generationenübergreifendes Wohnen erschlossen.
Das Areal in Hude decke leider nur einen kleinen Teil der Nachfrage, bedauerte Friedrich Schnabel (CDU). Eine weitere Erschließung von Bauland müsse von der Verwaltung mit Hochdruck vorangetrieben werden. Auch dieses Verfahren hätte zügiger durchgezogen werden können.
Im Gegensatz zu Nachbargemeinden hinke die Gemeinde Hude mit ihrer Baulanderschließung weit hinterher, kritisierte Wilfried Siems (CDU). Die Leute würden nach Berne oder Ganderkesee abwandern. Ähnliches berichtete Andreas Otte (CDU). Er sagte, dass Mitarbeiter nach Berne oder Sandkrug zögen, weil sie in Hude nichts fänden. „Die Nähe von Beruf und Wohnort muss uns eine Herzensangelegenheit sein“ warb Otte für mehr zentrale Baugebiete, von denen die Leute mit dem Fahrrad oder zu Fuß in den Ort kämen.
Pascal Buntrock (FDP) sprach bei der Fläche an der Wilhelmstraße von einer „Fläche mitten im Leben“. Auch bei der weiteren Suche nach Bauland lasse sich nicht verhindern, dass man dabei in grüne Flächen gehe, meinte Buntrock angesichts der Bauchschmerzen bei den Grünen und auch der SPD zum Verlust von Natur und Landschaft. „Wir wünschen uns, dass wir nicht weiter ins Moor gehen“, so Hilko Finke (Grüne). „Grüne Finger sind nicht nur schön, sondern auch Filter für unsere Luft.“
Bürgermeister Holger Lebedinzew betonte, dass man als Verwaltung bei der Suche nach geeigneten Flächen manchmal auch Kompromisse eingehen müsse, um überhaupt noch etwas zu erreichen. So würden auch Flächen zweiter Wahl genommen, weil es für diese zufällig eine Verkaufsbereitschaft gebe. Anders gehe es nicht.
Lebedinzew sieht eine Verantwortung der Gemeinde gegenüber den Menschen, die in den Städten rundherum nichts finden. „Wo sollen die Menschen hier leben?“, fragte der Bürgermeister.
