Hude - Im neuen Baugebiet an der Wilhelmstraße in Hude, das derzeit erschlossen wird, bietet die Gemeinde Hude auch drei Grundstücke im Zuge eines Interessenbekundungsverfahrens für eine Mehrfamilienhausbebauung an. So soll dringend benötigter, kostengünstiger Wohnraum geschaffen werden.
Die drei Baugrundstücke sind 1043, 882 und 912 Quadratmeter groß. Dabei handelt es sich um das Nettobauland. Hinzu kommen bei zwei Grundstücken zusätzliche Grünflächenanteile, für die ein geringerer Kaufpreis angesetzt ist. Für die Vergabe der Grundstücke hat die Gemeinde einen Kriterienkatalog aufgestellt, nach dem Punkte vergeben werden.
So soll im Zuge der sozialen Wohnraumförderung in Niedersachsen die Höchstmiete (kalt) 5,60 Euro pro Quadratmeter betragen. Punkte werden nach dem Kriterienkatalog zudem vergeben für Architektur und Gestaltung, besondere Ausstattungsmerkmale (z.B. rollstuhlgerecht) und für ökologisches Bauen. Alle Details finden sich in der Ausschreibung auf der Internetseite (hude.de).
in Kooperation
Baubeginn sollte nach den bisherigen Planungen ab Ende April/Anfang Mai möglich sein. Ob das eingehalten werden kann, ist fraglich,
Erschlossen wird das Areal in einer Kooperation zwischen der Gemeinde und dem privaten Investor Claußen Projekt GmbH & Co. KG. Laut Mitgesellschafter Kai Claußen werden sechs Baugrundstücke von 770 bis 822 Quadratmetern für Einfamilienhäuser mit Einliegerwohnungen frei verkauft. Davon sind zwei reserviert. Geplant seien außerdem bis zu 20 seniorengerechte und barrierefreie Wohnungen in schlüsselfertigen Bungalows. Vorgesehen sei, diese Bungalows nach dem hohen KfW 40 Plus-Standard zu bauen. Allen bereits registrierten Kunden wolle man in Kürze entsprechendes Infomaterial zukommen lassen.
Insgesamt 31 Grundstücke für Einfamilienhäuser und Doppelhäuser stellt die Gemeinde neben den drei Mehrfamilienhausgrundstücken auf ihrem Areal zur Verfügung. So gut wie alle Grundstücke sind mittlerweile für Interessenten reserviert, die anhand der langen Warteliste nach und nach angeschrieben worden sind und ihre Kaufabsicht bekundeten. In dieser Woche sollten auch die ersten Beurkundungstermine beim Notar stattfinden. Diese wurden aber erst einmal aufgrund der aktuellen Kontaktverbote, wie Michael Zinke von der Gemeindeverwaltung berichtet, verschoben.
Mit Handdetektor
Bevor es mit der Erschließungsstraße weitergeht, fanden in den vergangenen Tagen Sondierungsmaßnahmen auf dem Areal statt. Die Gemeinde hatte den Auftrag erteilt, nachdem bei Bauarbeiten im vergangenen August eine Granate entdeckt worden war, die Kampfmittel-Experten bargen und kontrolliert außerhalb Hudes sprengten.
Um sicher zu gehen, dass nicht noch mehr Kampfmittel unter der Erde liegen, wurde das Unternehmen KMB (Kampfmittelbergung) mit der Sondierung beauftragt.
„Das ist schon eine Sisyphusarbeit“, sagt Ole Jensen von KMB, der das Baugelände auf der Suche nach Kampfmitteln Stück für Stück sondiert. Die Mitarbeiter sind bei ihrer Suche mit einem geophysikalischen Handdetektor ausgestattet. Dieser arbeitet anhand des Erdmagnetfeldes und sucht nach Abweichungen. „Entdeckt die Sonde einen metallischen Gegenstand, ist das sowohl auf dem Gerätezeiger als auch durch ein akustisches Signal zu erkennen“, erklärt Ole Jensen. Häufig kann aber bereits nach wenigen Augenblicken Entwarnung gegeben werden. „Es handelt sich oft nur um Nägel, Blechdosen oder andere harmlose Gegenstände“, sagt Jensen und weiter: „Durch unsere vorherigen Auswertungen und die historischen Erfahrungen für Hude, können wir davon ausgehen, dass wir trotz intensiver Suche eher nicht fündig werden.“ Ob sich das am Ende bestätigt, ist noch nicht ganz sicher. Zurzeit dauern die Arbeiten zur Räumung der georteten Metallgegenstände noch an, so Martina Schneider, zuständige Amtsleiterin im Rathaus,
