HUDE - Mit Enttäuschung reagieren die Huder Grünen auf die Planung für das Wohnprojekt „Heinrich-Viertel“. „Aus diesem Projekt – in ruhiger und zentrumsnaher Lage – hätte man mehr machen können“, urteilt Fraktionschefin Birte Wachtendorf, „hier scheint es jedoch in erster Linie um Gewinnmaximierung zu gehen.“
Wie berichtet, plant die Asset Vermögensverwaltungs AG aus Bremen, auf einer noch unbebauten Wiese zwischen Heinrichstraße und Luisenstraße einen Komplex mit 28 Wohneinheiten für die „Generation 50 plus“ zu errichten.
Die Grünen kritisieren, dass die Aussagen des Begleittextes des Bebauungsplanes nicht berücksichtigt worden seien. Danach seien nur etwa 16 Wohneinheiten in Einzel- oder Doppelhäusern mit einer Erschließung über die Heinrichstraße sowie einem umfassenden Schutz der alten Eichen entlang des schon fertigen Baugebietes Luisenstraße vorgesehen gewesen. „Wir Grünen sind gegen das vorgestellte Projekt. Wir fordern eine Einhaltung der in der schriftlichen Begründung zum B-Plan aufgeführten Punkte“, betont Wachtendorf. „Verlässlichkeit“ sei ein hohes Gut – „warum sonst sollten Begründungen zu B-Plänen verfasst werden, wenn man sich ja doch nicht daran halten muss?“ Nach Auskunft der Gemeindeverwaltung ist die Begründung im B-Plan nicht rechtsverbindlich.
Die Grünen monieren zudem die ihrer Ansicht nach „unverhältnismäßige Bauweise“. Der geplante Neubau füge sich nicht in das bauliche Umfeld ein: „Wo in Hude haben wir ein derartig großes Bauwerk als Flachdach? Weniger wäre hier mehr gewesen.“ Ein weiterer Kritikpunkt: Für 28 Wohneinheiten sind nur 29 Parkplätze vorgesehen. Sauer aufgestoßen ist den Grünen, dass in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Gemeindeentwicklung „nebenbei“ mitgeteilt worden sei, dass die Eichen in jedem Fall aufgeastet werden müssen. „Sehen die Bäume anschließend so aus wie auf dem Parkplatz bei Lidl?“, fragt sich Birte Wachtendorf. Hier dürfe der Landkreis nicht vorschnell Genehmigungen aussprechen. An seine Funktion als Naturschutzbehörde erinnern die Grünen den Landkreis auch, wenn es um das geplante Verputzen des Gebäudes (statt Klinker) geht. Viele Putzbauten würden massiv mit Bioziden versetzt, mahnen die Grünen. Sie fordern einen Nachweis der Verträglichkeit für Natur und Umwelt.
Im B-Plan ist die Grünfläche zweckgebunden für „Seniorenwohnen“ ausgewiesen. Die Grünen bezweifeln, ob man das „50 plus“-Projekt überhaupt so nennen könne.
