Hude - „Das hält auch noch weitere 60 Jahre“, sagte am Sonntagnachmittag Gerd Janzen. Der 88-jährige ehemalige Bauunternehmer war 1954 beim Bau des Huder Freibades dabei. Huder Firmen hatten sich zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengetan, so Janzen. Und die aus Beton gegossenen Startblöcke, die heute noch am Beckenrand stehen, hat Janzen zum Beispiel seinerzeit in Handarbeit erstellt.

Wie Gerd Janzen schwelgten am Sonntag bei der 60-Jahr-Feier im Huder Bad auch weitere Besucher in Erinnerungen. Dabei halfen zahlreiche alte Fotos, Dokumente und Zeitungsausschnitte, die der seit zehn Jahren bestehende Förderverein des Naturbades zusammengestellt hatte.

Stellvertretender Bürgermeister Peter Zwiener eröffnete das bunte Rahmenprogramm mit einem kurzen Blick zurück. Als 1954 das Waldschwimmbad gebaut worden wurde, sei das schon etwas ganz Besonderes im Landkreis gewesen, so Zwiener. Er berichtete, dass das Huder Bad seinerzeit nach einer Idee von Max Frisch entstand. Frisch, als Autor sehr bekannt, war nämlich auch Architekt und baute 1949 das erste Freibad in Zürich. Nach diesem Muster sei auch das Huder Bad errichtet worden, schon damals als „Spaßbad“. Weg von der rechteckigen Form, mit einem nierenförmigen Becken.

Die Besonderheit des Huder Freibades fiel auch Jahre später den Denkmalschützern auf. Es wurde 1999 Baudenkmal. Als es später um die Sanierung ging, konnte mit Hilfe des 2004 gegründeten Fördervereins und mit Unterstützung vieler Sponsoren aus dem Waldschwimmbad auf kostengünstige Art das Naturbad werden.

Bei der Jubiläumsfeier am Sonntag wollte sich die Sonne nicht so richtig sehen lassen. Bei 18 Grad Wassertemperatur wagten jedoch schon einige Mutige den Sprung ins kühle Nass. Aber auch, wer nicht schwimmen gehen wollte, konnte sich am Sonntag bei einem bunten Programm vergnügen. Unter anderem boten DLRG, Feuerwehr und Technisches Hilfswerk Infos und Aktionen. Die Band Brandfleck sorgte mit Countrymusik für Unterhaltung. Line Dance und vieles mehr wurde geboten.


Nebenan hatte auch die Jugendherberge ihre Türen für interessierte Besucher geöffnet.

Klaus Derke
Klaus Derke Redaktion Hude