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Tierhaltung Hühner bekommen vorläufig Stubenarrest

Jens Milde

Nordenham - Die Hühner von Andreas Speckels-Suhren in Großensiel haben’s vergleichsweise gut. Schließlich können sie frei entscheiden, ob sie lieber im Stall oder draußen an der frischen Luft picken. Normalerweise. Zurzeit herrscht allerdings der Ausnahmezustand – nicht nur auf dem Bauernhof am Mittelweg. Der Zweckverband Veterinäramt Jade-Weser, der auch für die Wesermarsch zuständig ist, hat die Aufstallung von Geflügel angeordnet. An diesem Mittwoch tritt die Anordnung in Kraft. Grund dafür ist die europaweite Ausbreitung der Vogelgrippe bei Wildvögeln.

Einige Betriebe mussten schon in der vergangenen Woche ihr Federvieh reinholen. Insgesamt sind es 25 in der ganzen Wesermarsch. Auch Andreas Speckels-Suhren hat eine solche Einzelverfügung bekommen. Seit vergangenen Sonnabend sind seine Hühner keine Freigänger mehr. Damit sollen sie vor einer möglichen Infektion geschützt werden. Der Großensieler Landwirt hält insgesamt rund 700 Hühner in zwei mobilen und einem festen Stall. Immerhin können die Tiere noch eine kleine umzäunte Fläche unter den Ställen nutzen. Aber das ist kein Vergleich zu dem Auslauf, den sie normalerweise genießen.

Neuland für den Landwirt

Andreas Speckels-Suhren hofft natürlich, dass seine freilandgewohnten Hühner gesund bleiben und durch die Stallpflicht keinen Schaden nehmen. „Welche Auswirkungen die Stallpflicht auf seine Tiere haben kann, könne er nicht sagen „Das ist für mich Neuland“, sagt Andreas Speckels-Suhren, der als Hühnerwirt erst seit kurzem im Geschäft ist. Im März dieses Jahres hatte er den ersten mobilen Hühnerstall in Betrieb genommen. Wegen der großen Nachfrage nach frischen Eiern sind inzwischen zwei Ställe dazugekommen.

Um die Tiere mit mehr Vitaminen zu versorgen und als eine Art Beschäftigungstherapie bekommen sie nun zusätzlich Rote Beete und Möhren zu fressen. Verhaltensänderungen an den Tieren habe er noch nicht festegestellt. Und auch die Eierproduktion läuft bisher ganz normal weiter. Tagtäglich sammelt der Landwirt 600 Eier ein. Ob das so bleibt, wenn die Stallpflicht länger andauert, könne er nicht sagen. Wie das Veterinäramt mitteilt, wird die Aufstallung voraussichtlich für einen Zeitraum bis weit in den Januar gelten.

Die Aufstallungspflicht betrifft nicht nur Betriebe, die von der Hühnerhaltung leben, sondern auch private Hobbyzüchter. Eine Alarmstimmung hat die Anordnung des Veterinäramtes aber nicht ausgelöst – zumindest nicht beim Rassegeflügelzüchter-Verein Butjadingen mit Sitz in Nordenham. Nach den Worten des Vorsitzenden Dirk Henken haben die meisten Züchter zurzeit genügend Platz in ihren Ställen. Problematisch sei die Stallpflicht im Frühjahr und Sommer, wenn die Nachzucht zur Welt kommt und sich der Tierbestand bei vielen Züchtern vervielfacht. „Dann reicht der Platz in den Ställen oftmals nicht mehr aus.“

40 Mitglieder

Dass wegen der Vogelgrippe Geflügelschauen abgesagt werden müssen, trifft die Rassegeflügelzüchter Butjadingen nicht. Der Verein hatte Anfang des Monats seine Ortsschau in der Weser-Kleintier-Arena. Nach den Worten von Dirk Henken hat der Verein 40 Mitglieder, von denen allerdings nicht alle aktive Geflügelzüchter sind.

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