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Tiere Hundemama und 15 Babys sind wohlauf

Jens Milde

Nordenham - Nummer eins kam um 11.10 Uhr auf die Welt, Nummer 16 um 23.30 Uhr: Ein langer anstrengender Tag für Hündin Asta. Aber auch für Rüdiger Wemken und seine Lebensgefährtin Melitta Kruse. Ein Welpe überlebte die Geburt nicht, allen anderen geht’s gut. 15 auf einen Streich, das ist auch für einen Hund außergewöhnlich. „Dass es mehr werden könnten als üblich, das war abzusehen“, sagt Herrchen Rüdiger Wemken. „Aber so viele, damit hatten wir natürlich nicht gerechnet.“

Prüfung absolviert

Asta ist fünfeinhalb Jahre alt, ein quicklebendiger Jagdhund-Mischling. Rüdiger Wemken, der in Abbehauserwisch einen landwirtschaftlichen Betrieb hat, nimmt Asta gerne mit zur Jagd. Sie hat eine Jagdhundeprüfung absolviert und ist sehr gelehrig. Der 34-Jährige spielte schon länger mit dem Gedanken, dass Asta Nachwuchs bekommen könnte. Bei der Wahl des Hundevaters entschied er sich für einen Kurzhaar-Drahthaar-Mischling – so wie Asta.

Seit Silvester mussten Rüdiger Wemken und seine Lebensgefährtin Melitta Kruse täglich damit rechnen, dass die Wehen einsetzen. Nach den Worten von Melitta Kruse kommen die Welpen in der Regel 58 bis 63 Tage nach der Befruchtung zur Welt. Seit Jahresbeginn steht Asta unter ständiger Beobachtung. „Es hätte jederzeit passieren könne“, sagt Rüdiger Wemken. Am vergangenen Freitag war es dann so weit. Der 34-Jährige war die ganze Zeit dabei.

Noch haben die zehn männlichen und fünf weiblichen Welpen ihre Augen geschlossen. Sie kuscheln sich dicht an den Bauch ihrer Mutter, streiten sich um die besten Plätze an den neun Zitzen. Zärtlich schleckt Asta ihre Babys ab. Vier Tage nach der Geburt wiegt das schwächste von ihnen 380 Gramm, das stärkste bringt 610 Gramm auf die Waage. Jeden Tag zur Mittagszeit werden die Welpen gewogen. Melitta Wemken kümmert sich um die stärksten von ihnen, lässt sie an einer Flasche mit Welpenmilch nuckeln. Die Schwächeren dürfen sich bei der Mutter versorgen, die zurzeit natürlich stark gefordert ist. Deshalb frisst sie ungefähr dreimal so viel wie üblich.

Rüdiger Wemken und Melitta Kruse möchten, dass alle Welpen durchkommen. Deshalb haben sie ihren Alltag so umgekrempelt, dass sie eine 24-Stunden-Versorgung für Asta und ihre Babys sicherstellen können. Asta ist mit ihren Welpen in die Wohnung von Melitta Kruse gezogen. Die 30-Jährige hat rechtzeitig den Weihnachtsbaum entsorgt und den Fernseher aus der Stube geholt. Das Pärchen hat sich eine Matratze ins Wohnzimmer gelegt. Dort schlafen sie neben den Hunden. Sechs der Welpen bekommen alle drei Stunden die Flasche – auch nachts. An Schlaf ist da kaum zu denken. Mehr als vier bis fünf Stunden sind nicht drin. Vormittags kümmert sich Melitta Kruse um die Hunde, nachmittags ihr Lebensgefährte. Immerhin: Inzwischen können die beiden die Hunde auch mal für ein bis zwei Stunden allein lassen.

Gute Überlebenschancen

Tierärztin Carsta Steeb hat die Hunde am Montag untersucht. Ihr Eindruck ist, dass alle Welpen und auch die Mutter bei guter Gesundheit sind. Sie räumt ihnen gute Überlebenschancen ein. Einen so großen Wurf hat die Nordenhamer Tierärztin selbst noch nie erlebt. Bei größeren Hunderassen, zum Beispiel beim irischen Wolfshund, komme das schon mal vor, sagt sie. „Aber bei kleineren Hunden ist das äußerst selten.“


Herrchen und Frauchen freuen sich über den großen Wurf, auch wenn er ihnen viel Arbeit beschert. Die Waschmaschine läuft mehrmals am Tag. Alle drei Stunden wechselt Melitta Kruse die Decken im selbstgezimmerten Hundenest. Der Anblick der Welpen entschädigt die beiden für die viele Mühe. „Es ist faszinierend, ihnen zuzuschauen“, sagt Melitta Kruse. Sie freut sich darauf, wenn die Hundebabys acht bis zehn Tage nach der Geburt die Augen öffnen.

Einen Welpen wollen Rüdiger Wemken und Melitta Kruse behalten. Alle anderen wollen sie in liebevolle Hände abgeben. „Wichtig ist, dass sie viel Auslauf bekommen“, sagt Melitta Kruse.

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