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Fragestunde Hundert Fans und zwei Profis an einem Tisch

Kai Hippen

Steinhausen - Mehr als 100 Fußballfans sind am Sonntag in die „Altdeutsche Diele“ nach Steinhausen gekommen, um mit Ronny Teuber und Robert Tesche vom HSV zu diskutieren. Der Saal war fest in blauweißer Hand bis hin zu HSV-Luftschlangen auf den Tischen. Die sehr sachkundigen Fußballanhänger von mehreren HSV-Fanclubs, vor allem von „Freies Friesland“, stellten eingehende Fragen – und die Profis antworteten fast zwei Stunden lang bemerkenswert offen.

Singen zum Einstand

Was war bei der Weihnachtsfeier am Wochenende los? „Drei Stunden auf der Elbe rumgeschippert.“ Seit einiger Zeit müssen neue HSV-Spieler zum Einstand singen. René Adlers Titel war „Dich zu lieben“ von Roland Kaiser.

Teuber ist Torwarttrainer, er muss die schwierige Hierarchie unter den Keepern steuern: „Alle respektieren sich, alle wollen Erfolg haben.“ Überhaupt Adler: Der war Gegenstand der meisten Fragen. Wie bereitet er sich auf Spiele vor? Teuber: „Aus der Sky-Version des letzten Spiels mit den vielen Zeitlupen werden alle Szenen des Torwarts zusammengeschnitten und dienstags analysiert.“ Ebenso werden die Gegner ins Visier genommen. Wer schießt wohin die Ecken, Flanken und Elfmeter? Teuber: „Das ist keine Garantie, dass Adler den Elfer auch hält, aber die Wahrscheinlichkeit ist höher. Wie gegen Aaron Hunt von Werder. Hätte er auf mich gehört, hätte er den zweiten auch pariert.“

Die Fans übten teilweise harte Kritik am Verein: „Viel zu viele Fehlpässe, zu langsam aus der Abwehr heraus.“ Das wurde von Tesche bestätigt: „Wir brauchen mehr Mut, in die Schnittstellen zu spielen.“ Einer wunderte sich: „Wie können Profis Pässe über fünf Meter nicht an den Mann bringen. Das kann ich als Hobbyspieler besser.“ Das wollten Teuber und Tesche nicht auf sich sitzenlassen: „Wir sind alle Profis – aber die anderen vom Gegner auch.“ Ein weiblicher Fan vermittelte: „Das ist so, weil Menschen spielen und keine Maschinen.“

Der Rasen im Hamburger Stadion scheint ein Problem zu sein. Tesche gab unumwunden zu: „Es ist der schlechteste Platz in der ganzen Bundesliga.“ Das liegt Teuber zufolge daran, dass zuwenig Sonnenlicht ins Stadion fällt.


In naher Zukunft sollen spezielle Lampensysteme Abhilfe bringen. Van der Vaart sei jedenfalls beim Spiel gegen Mainz richtig wütend gewesen, als er vor einer Ecke den Rasen zurechttrampeln musste.

Keine Prävention

Eine ernste Geschichte: Depressionen spielen im Fußball eine immer größere Rolle. Tesche: „Wenn jemand Probleme hat, muss er sich selbst Hilfe holen, der Verein unterstützt ihn dabei.“ Teuber: „Im Nachwuchsbereich gibt es Sportpsychologen. Aber Prävention findet nicht statt, das Thema kommt viel zu kurz in der Bundesliga.“

Nur eine Frage blieb unbeantwortet. Was passiert im Spieler-Kreis vor dem Anpfiff: „Der Kreis ist ein Zeichen für den Zusammenhalt. Was da gesagt wird, wollen wir aber nicht nach außen tragen. Jedenfalls Motivation.“

Zum Schluss bedankten sich die Profis für „sehr gute Fragen“. Jürgen Frers aus Varel, Vorsitzender des Fanclubs“Freies Friesland“, hatte die Diskussion organisiert. Sein Fazit: „Es war eine ganz tolle Veranstaltung.“

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