HUNDSMüHLEN - Alle Hände voll zu tun hatte Lisa Lütje am ersten Tag. Vom Zuspruch hängt es ab, ob die Poststelle Zukunft hat.

von Anja rohde

HUNDSMÜHLEN - Der erste Kunde kam bereits um 9 Uhr, und war damit eineinhalb Stunden vor der eigentlichen Eröffnung in der neuen Poststelle, um ein Paket aufzugeben. Lisa Lütjes erster Kunde. Seit gestern betreut sie den Postservice, der in den Räumen der Ländlichen Erwachsenenbildung (LEB) im Gut Hundsmühlen untergebracht ist.

Lütje hatte alle Hände voll zu tun. Viele Kunden kamen und wollten Briefmarken kaufen, Briefe verschicken und Pakete aufgeben. Da blieb für die offizielle Eröffnung mit Wardenburgs Bürgermeisterin Martina Noske und dem Vorsitzenden des Ortsvereins Hundsmühlen, Winfried Koslowski, kaum Zeit. „Es freut uns, dass sie die Poststelle in Hundsmühlen erhalten. Das ist wichtig für den Ort“, dankte Koslowski der LEB-Bereichsleiterin Karin Pieper, dass sie die Einrichtung der Poststelle an der Achternmeererstraße 7 ermöglicht hatte. Der Wechsel war nötig geworden, weil das Fahrradgeschäft Krause an der Hunoldstraße den Postservice am 30. März eingestellt hatte. „Als Gesellschaft sind wir für den Erhalt der Poststelle verantwortlich“, erinnerte Noske daran, dass es vom Zuspruch der Hundsmühler abhängt, ob der neue Postservice wirtschaftlich arbeitet und somit eine Zukunft hat.

Hält die Kundennachfrage des gestrigen Tages an, dürfte dem nichts im Weg stehen. Jedoch gab es auch Kritik von Seiten der Kunden: „Für einen Ort wie Hundsmühlen liegt die Poststelle ein wenig abseits. Aber auf jeden Fall ist es besser als nichts“, sagte eine Hundsmühlerin. Eine weitere Kundin ergänzte: „Ich bin froh, dass der Standort erhalten geblieben ist und ich nicht noch weiter fahren muss“. Und Monika Kämmerer aus Hundsmühlen, die erst „ganz in Gedanken“ zur alten Poststelle geeilt war, meinte hingegen: „Der neue Postservice liegt sehr gut, wo er jetzt liegt“.

Einen Tag vor der Eröffnung waren Lütje und ihre Vertretung Christa Diekmann von der Post in die neue Aufgabe eingewiesen worden. Da war es gut, dass Hans Lammers von der Post den Vormittag über an Lütjes Seite blieb und Fragen beantworten konnte. „Alles muss festgehalten werden. Es ist ein intensiver Arbeitsaufwand. Es steckt mehr hinter dem Verkauf von Briefmarken, als man ahnt“, sagte Lütje.


Zur Poststelle gehört ebenfalls ein neuer Postkasten, der an der Straße aufgestellt worden ist und einmal täglich geleert wird. Ob der Postkasten vor der alten Poststelle erhalten bleiben wird, muss die Post noch entscheiden.

Die Öffnungszeiten der neuen Poststelle sind montags bis sonnabends von 10.30 bis 12 Uhr.