HUNDSMüHLEN - Auf Flüssignahrung, wie sie früher von Astronauten auf ihren Weltraumreisen konsumiert wurde, und auf Sondenkost hat sich die Firma Kramer MT spezialisiert. Das an der Diedrich-Dannemann-Straße in Hundsmühlen sitzende mittelständische Unternehmen hat sich seit der Gründung 1992 durch die Geschäftsinhaber Imke Kramer und Ulf Günther zu einem wichtigen Arbeitgeber entwickelt. Derzeit beschäftigt Kramer MT 38 Mitarbeiter.

Künstliche Ernährung benötigen in der Regel Menschen, denen aufgrund einer Krebserkrankung oder anderer Faktoren eine normale Nahrungsaufnahme nicht möglich ist. Auf dem Markt erhältlich sind sowohl geschmacklose als auch mit Fruchtaromen oder Vanille und Schokolade versehene Flüssigkeiten. In den Körper gelangen sie im Falle der Flüssig­nahrung entweder über den Mund oder bei Einsatz einer Sonde direkt durch die Bauchdecke in den Magen.

Imke Kramer hat als Krankenschwester für Intensivpflege noch die Zeit kennen gelernt, wo die Versorgung von Patienten mit Nahrung immer wieder zu Komplikationen führte. Anfang der 90er Jahre bestärkte sie das in dem Entschluss, selber unternehmerisch tätig zu werden. „Bei den betroffenen Patienten, aber auch den Pflegeeinrichtungen besteht ein großer Informationsbedarf, wenn es um die künstliche Ernährung geht. Gerade bei den Patienten selbst herrschen extrem große Ängste vor“, sagt Kramer. So tritt ihr Unternehmen einerseits als Händler auf, ist andererseits aber auch Ansprechpartner, wenn es um die Handhabung geht. „Unsere Mitarbeiter im Außendienst besitzen eine Ausbildung als Krankenschwestern und sind rund um die Uhr erreichbar“, nennt die Inhaberin, die außerdem einer von drei Geschäftsführern ist, zwei wichtige Kompetenzfelder. Pflegeheime werden von Kramer MT bei der Fortbildung ihrer Mitarbeiter unterstützt. „Das unterscheidet uns von einem normalen Sanitätshaus“, betont die Inhaberin. Ihr Unternehmen liefert in einem Gebiet zwischen den Ostfriesischen Inseln, der niederländischen Grenze, Osnabrück und Cuxhaven sowohl die industriell gefertigte Spezialnahrung als auch alle benötigten Hilfsmittel wie Schläuche oder Verbandsmaterial aus.

„Wir rechnen damit, in den kommenden Jahren weiter zu expandieren“, wagt die Unternehmerin einen Blick in die Zukunft. Wichtig für Patienten: Flüssignahrung ist nicht rezeptpflichtig, aber rezeptfähig. Allerdings sind aus Sicht der Firma die bürokratischen Hürden in Form von Genehmigungsverfahren der Krankenkassen zu hoch. Hilfe erhofft sie sich dabei vom CDU-Landtagsabgeordneten Ansgar Focke, der gemeinsam mit Wardenburger CDU-Ratsherren der Hundsmühler Firma einen Besuch abstattete.