Hundsmühlen - Seit dem vergangenen Jahr verpachtet Landwirt Dirk Freese einen Teil seiner Ackerflächen an Hobbygärtner, die hier ihr eigenes Gemüse anpflanzen. Mit dem Start der neuen Saison nennt beackert jetzt auch der AWO-Hort Hundsmühlen ein 20 Quadratmeter großes Stück. Am Freitag nun wurde zum ersten Mal gesät: Nachdem das letzte Unkraut gejätet und die Fläche umgegraben war, setzten die Hortkinder Kartoffeln.

„Hier können die Kinder mit den Händen arbeiten, sehen, wie lange es von der Saat bis zur Ernte dauert und lernen auch zu ertragen, dass etwas vielleicht nicht wächst“, sagt Erzieherin Tanja Habermann. Sie ist begeistert von dem Projekt, das Klaus Hien und eine befreundete Familie möglich gemacht haben: Sie bezahlen die Pacht für die Hortkinder, weil es auch ihnen wichtig ist, dass Kinder den Prozess vom Anbau bis zur Ernte erleben. „Viele wissen doch gar nicht mehr, wie das geht“, sagt Hien. Nur wer sich bewusst sei, was alles daranhänge, wisse auch die Arbeit der Landwirte zu schätzen. Und: „Es ist schön zu sehen, wie sich die Kinder begeistern lassen.“

Im vergangenen Herbst hatte er die Hortkinder zur Ernte auf sein Pachtgrundstück eingeladen. Aus den geernteten Kartoffeln und Zwiebeln wurden im Hort köstliche Bratkartoffeln – und die Kinder hatten sozusagen Appetit bekommen auf mehr.

Mit großem Ernst und Fleiß, aber auch mit viel Spaß machten sich die Kinder nun an die Arbeit. Ehe die Kartoffeln in die Erde kamen, bekamen sie erst einmal Namen, und ganz nebenbei wurde „Otto“, „Günter“ und den anderen eingeschärft, sich anzustrengen, damit die Ernte gut ausfalle.

In den kommenden Wochen werden weitere Gemüsesorten ausgesät. Auch alte, mittlerweile häufig vom Speiseplan verschwundene Sorten wie Steckrüben sollen dabei sein. „Und Erbsen“, ergänzt Tanja Habermann. „Denn welches Kind weiß schon, dass die in einer Schote wachsen?“


20 Hobbygärtner haben in diesem Jahr Flächen bei Dirk Freese gepachtet, zwölf von ihnen hatten schon im vergangenen Jahr an dem Projekt teilgenommen. Vor allem junge Familien und Senioren hätten Ackerflächen gepachtet, so Freese. Im Durchschnitt sind die Pachtflächen 20 qm groß. Die Pächter können selbst entscheiden, was sie auf ihren Flächen anpflanzen wollen. Freese rechnet vor allem mit Kartoffeln, aber auch Bohnen, Erbsen, Möhren, Zucchini oder Grünkohl.

Im Sommer ist ein Erntefest geplant. Dann können die Pächter ihre Ernte präsentieren und sich über ihre Erfahrungen austauschen.

Anke Brockmeyer
Anke Brockmeyer Reportage-Redaktion
Neele Körner
Neele Körner Redaktion Wildeshausen