HUNDSMüHLEN - HUNDSMÜHLEN - Seit fast 25 Jahren steht die Wittemoor-Apotheke an der Hunoldstraße in Hundsmühlen für pharmazeutische Beratung. Mit dem neuen Jahr kommt es nun bei aller Konstanz zu einem Wechsel an der Spitze. Hartmut Temmen, Gründer der Apotheke, hat die Leitung an seinen langjährigen Mitarbeiter Mathias Hambörger übergeben.
Der 36-Jährige ist gebürtiger Hundsmühler und schnupperte schon 1990 als Praktikant in der örtlichen Apotheke in den Beruf hinein. Auch später, während seines Pharmazie-Studiums in Münster riss der Kontakt nicht ab, Hambörger half in den Semesterferien als Pharmazeutisch-technischer Assist mit aus. Nach dem Studienabschluss sammelte Hambörger berufliche Erfahrung bei Apotheken in Oldenburg und Elsfleth, ehe er im September 2002 wieder nach Hundsmühlen zurückkehrte.
„Es war einfach der richtige Zeitpunkt“, beschreibt Hartmut Temmen den Leitungswechsel. Beruflich soll damit ein fließender Übergang geschaffen werden, Temmen wird auch weiterhin in der Apotheke seine Arbeitskraft zur Verfügung stellen, wenn auch nicht mehr ganz so häufig wie früher.
„Als Sprung ins kalte Wasser“ bezeichnet der gebürtige Ostfriese seine damalige Entscheidung, in Hundsmühlen sein Glück als Apotheker zu versuchen. Der Ort war zu der Zeit weit von der heutigen Größe entfernt. Letztlich vertraute Temmen der unverbindlichen Information, dass hier zwei Neubaugebiete entstehen sollten. Die Anfangsjahre – anfangs als Einzelkämpfer, später mit einer Mitarbeiterin – seien dann auch nicht leicht gewesen. Temmen half sich mit vor zwei Jahrzehnten noch unüblichen Mitteln. In einer Zeit, wo fast alle Apotheken es den Arztpraxen gleich taten und an Mittwochnachmittagen schlossen, blieb seine Apotheke an der Hunoldstraße geöffnet. Nicht zur reinen Freude manches Kollegen, wie er sich erinnert. Heute beschäftigt die Wittemoor-Apotheke sieben Mitarbeiter, überwiegend als Teilzeitkräfte.
In jüngster Vergangenheit sei der wirtschaftliche Druck auf die Apotheker wieder stärker geworden, sagt Hambörger. Weniger die Konkurrenz durch Internetapotheken sei das Problem, sondern der Sparkurs der Krankenkassen. Als großes Plus wertet der 36-Jährige den großen Stammkundenanteil. Seine generelle Einschätzung für die berufliche Zukunft seiner Zunft lautet: „Der Medikamentenverkauf auf Rezept bleibt das Kerngeschäft, vergleichbar mit dem Benzinverkauf einer Tankstelle. Den Gewinn müssen Apotheken verstärkt mit zusätzlichen Angeboten und Dienstleistungen erwirtschaften.“
