HUNDSMüHLEN - Im Mittelpunkt stehen nicht die Schulnoten oder Arbeitszeugnisse. Gefragt sind persönliche Neigungen und soziale Fähigkeiten.

Von Werner Fademrecht

HUNDSMÜHLEN - „Fast alle Menschen können mehr, als in ihren Zeugnissen steht!“ Karin Pieper, Leiterin des Regional-Büros der Ländlichen Erwachsenenbildung (LEB) im Gut Hundsmühlen, weiß um das Problem, dass Noten auf dem Papier immer nur einen Ausschnitt der Qualifikationen abbilden, über die ein Mensch im Laufe seines Lebens verfügt. Es seien vor allem die so genannten „weichen Fähigkeiten“, die häufig übersehen würden. „Nicht selten sogar von dem Betreffenden selbst“, sagt Pieper.

Ändern will dies ein neuer „Profilpass“, der seit kurzem erstmals von der LEB angeboten wird. Der Pass wurde von der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung unter der Zielsetzung des Fördern von lebenslangem Lernen entwickelt. Begleitet von den vier qualifizierten Beraterinnen – den LEB-Mitarbeiterinnen Karin Pieper, Inge Tecklenburg, Veronika Völker und der VHS-Mitarbeiterin Sylke Waldeck – bekommen Erwachsene und Jugendliche im Dialog und in der Eigenarbeit die Möglichkeit, ihr eigenes Portfolio an Kompetenzen abzuklopfen. Zunächst geht es darum, einen Blick auf das eigene Leben zu werfen. In den Bereich Tätigkeitsfelder fällt das genaue Erfassen der Aktivitäten in Haushalt, Familie, Hobby, Schule oder Beruf. Aus diesen Angaben entwickelt jeder Teilnehmer sein eigenes Profil durch Bilanzieren seiner Stärken und Kompetenzen. Der letzte Abschnitt ist in die Zukunft gerichtet. Hier werden auf Basis eines erweiterten Wissens um die eigenen Qualifikationen und

Neigungen die nächsten Schritte für Beruf und Freizeit skizziert.

Der Profilpass ist weder als Ersatz für Bewerbungsunterlagen gedacht, noch ein Universalmittel für den Weg aus der Arbeitslosigkeit. Aber er soll helfen, die eigene Person klarer zu sehen, sich Ziele zu stellen und über den eigenen Lebensweg nachzudenken. Als mögliche Zielgruppen denken die Macher des Profilpasses an „Menschen in Umbruchsituationen“ wie zum Beispiel Berufsrückkehrer, Arbeitsuchende, Existenzgründer, Ehrenamtlich Tätige, Menschen in der Übergangsphase zwischen Beruf und Ruhestand.