HUNDSMüHLEN/TUNGELN - Steuerberater Wilfried Koop hat die Fläche für 35 000 Euro vom Land erworben. Sein Ziel lautet: Alles soll beim Alten bleiben.
Von Werner Fademrecht
HUNDSMÜHLEN/TUNGELN - Der Vogelbusch, ein zwischen Tungeln und Hundsmühlen gelegenes Wäldchen, ist verkauft. Das zuständige staatliche Forstamt Neuenburg hat das als Naturdenkmal ausgewiesene, 2,3 Hektar große Areal dem Hundsmühler Steuerberater Wilhelm Koop übereignet. Koop zahlte im Gegenzug den geforderten Kaufpreis von 35 000 Euro.Der neue Eigentümer hatte durch die Berichterstattung in der NWZ von den Verkaufsabsichten des Landes erfahren und auch gelesen, dass ein anderer Kaufinteressent in dem Wäldchen Brennholz schlagen wollte. „Mein Motiv ist, dass da gar nichts passiert“, betonte Koop gestern gegenüber der NWZ . Der 65-jährige Steuerberater lebt seit 30 Jahren in Hundsmühlen und erinert sich noch daran, wie seine eigenen Kinder in der Natur gespielt haben. „Ich denke, die Kinder in Hundsmühlen und Tungeln brauchen auch in Zukunft einen ,Wald‘, durch den sie stromern können“, sagt Koop. „Ich persönlich freue mich über den Anblick der schönen Buchen und des Kriegerdenkmals.“ Holzschlagen liege definitiv nicht in seiner Absicht. Hoppe hofft nach eigenem Bekunden, gemeinsam mit dem Ortsverein eine Zusammenarbeit zu finden, die den Erhalt des Vogelbusches in seinem jetzigen Zustand sicherstellt.
Wie Forstamtsdezernent Dr. Manfred Dippel, Neuenburg, bestätigte, stellt eine Klausel im Kaufvertrag sicher, dass innerhalb der nächsten 30 Jahre keine andere Nutzung des Vogelbusches durch den Eigentümer möglich ist. Sollte dies dennoch geschehen, erhalte das Land automatisch ein Wiederkaufsrecht. Ziel der so genannten Mehrwertabschöpfungsklausel sei es unter anderem, einen Weiterverkauf auszuschließen. Darüber hinaus bleibt der Status des Vogelbusches als Naturdenkmal so lange erhalten, bis der Kreistag diesen aufhebt. Einer wirtschaftlichen Verwertung sei somit auch in fernerer Zukunft eine klare Grenze gesetzt, meint Dippel.
Das Areal steht seit 1933 unter Naturdenkmalschutz, viele der Eichen und Buchen sind bis zu 100 Jahre alt. Treibende Kraft für die Privatisierung kleinerer Waldflächen ist das niedersächsische Finanzministerium. Kleinteilige Flächen, so genannter Streubesitz, erschweren eine wirtschaftliche Bearbeitung und stellt unter diesem Aspekt eine Belastung für die staatlichen Forsten dar.
