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Hunoldstraße Kostenfrage verunsichert Anlieger

HUNDSMüHLEN - 2,6 Millionen Euro kalkuliert die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr für die Sanierung der Ortsdurchfahrt in Hundsmühlen (die

NWZ

  berichtete) – bei konventioneller Bauweise. Der vor eineinhalb Jahren gegründete Arbeitskreis Hunoldstraße des Ortsvereins Hundsmühlen indes setzt auf ein Verkehrskonzept, das für die meistbefahrene Straße im Landkreis (11 000 Fahrzeuge/Tag) Elemente aus dem so genannten „Shared Space“-Ansatz einbezieht.

Letzterer sieht vor, Lebensqualität und Sicherheit im Verkehrsraum zu steigern, indem alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt werden. Ein wesentliches Charakteristikum ist etwa der Verzicht auf Hochborde für Radfahrer und Fußgänger.

Der Landkreis Oldenburg lehnt diese Pläne nicht ab, betont aber, nur die Kosten eines konventionellen Ausbaus tragen zu wollen. „Bei gleichem technischen Standard und Verwendung der gleichen Baumaterialien entstehen keine Mehrkosten“, sagt Ortsvereinsvorsitzender Winfried Koslowski. Und das sei auch das Ziel des Arbeitskreises, der derzeit das „Modell Hundsmühlen“ entwickle.

Bei den Anliegern sorgt unterdessen offenbar insbesondere die Kostenfrage für Verunsicherung. Der Anteil an den Gesamtkosten, der auf die etwa 250 Anlieger der Hunoldstraße umgelegt werden kann, liegt laut Gemeindeverwaltung bei 40 Prozent der Kosten für den Bau von Fußweg, Straßenbeleuchtung und Oberflächenentwässerung.

„An der Hunoldstraße muss etwas getan werden“, sagt etwa Anwohnerin Ursula Opolka. „Aber bei der Planung engagieren sich viele Bürger“, die selbst nicht an den Kosten beteiligt werden, weil sie keine Anlieger sind.“ Sie selbst sei unsicher, welche Kosten auf sie zukämen, sagt Ursula Opolka – grundsätzlich sei sie für das „Modell Hundsmühlen“ aber offen und befürworte die beabsichtige Schaffung von „mehr Dorfcharakter“.

„Wichtig ist, dass hier etwas passiert“, sagt auch Brigitte Stanke, die an der Hunoldstraße einen Lebensmittelmarkt betreibt. Vor allem ältere Bürger würden von der Gleichberechtigung der Verkehrsteilnehmer profitieren, glaubt sie. Sorge würden ihr aber die Kosten bereiten, die auf die Anlieger zukommen.


Hartmut Temmen, der seit fast 30 Jahren an der Hunold­straße lebt, begrüßt die Beteiligung der Anwohner bei der Meinungsbildung. „Es soll uns ja nicht ergehen, wie in Stuttgart“, sagt Temmen. Viele Elemente aus dem Shared-Space-Konzept seien auch für Hundsmühlen wünschenswert, beispielsweise die Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer oder die Unterbrechung der Fahrbahn, um das Fahrtempo zu drosseln. Auch sei es sinnvoll, bei Dunkelheit nicht die gesamte Fahrbahn auszuleuchten, denn „Licht gibt Sicherheit und höhere Sicherheit erhöht das Tempo.“

Karoline Schulz
Karoline Schulz Redaktion Ganderkesee
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