Wildeshausen - „Bevor man in den Fluss springt, sollte man sich immer vergewissern, was sich unter einem im Wasser befindet“, rät Wolfgang Grotelüschen vom Schwimmverein Wildeshausen stets jungen Vereinsmitgliedern. Dass sich im trüben Wasser der Hunte allerdings ein ganzer Pkw befinden kann, hätte auch Grotelüschen nicht gedacht. Bis vergangenen Montag.
„Ich war zusammen mit acht Kindern und Jugendlichen, die bei uns im Verein aktiv sind, vom Rosengarten die Hunte runter geschwommen“, erinnert sich Grotelüschen, „als auf einmal beim Kraulen die Arme unter der Wasseroberfläche auf etwas Hartes stießen.“ Nach einigem Rätseln ergab sich die Lösung: Ein schwarzer Mercedes stand auf dem Boden der Hunte.
Grotelüschen informierte daraufhin die Polizei, mit der er am nächsten Tag zur Fundstelle zurückkehrte. „Die Vereinsmitglieder Paul Senger und Phillip Meyer sind dann nochmals getaucht und haben die Nummernschilder des Wagens abmontiert“, lässt Grotelüschen die Situation noch einmal Revue passieren. Diese Nummernschilder führten dann zur nächsten Überraschung: Der versenkte Wagen war im März diesen Jahres in Steinloge (Gemeinde Großenkneten) gestohlen worden. „Wir gehen davon aus, dass der Wagen recht zeitnah danach in der Hunte versenkt worden ist“, teilte Harald Theile von der Wildeshauser Polizei auf NWZ -Nachfrage mit.
Am Montag wurde der Wagen schließlich mit Hilfe eines Kranes sowie des Tauchertrupps der Oldenburger Bereitschaftspolizei geborgen. Zahlreiche Zuschauer säumten bei dieser ungewöhnlichen Bergungsaktion die Ufer. Schließlich werde nicht jeden Tag ein Wagen aus dem Fluss geborgen. „Da muss ich wirklich schon weit zurückdenken, um einen ähnlich gelagerten Fall zu finden“, so der Polizist. Ob die ungewöhnliche Entsorgung des Pkw dabei Rückschlüsse auf die Täter zuließe, ließ Theile offen: „Natürlich müssen wir uns fragen, warum der Wagen versenkt worden ist. Aber wir ermitteln weiter in alle Richtungen.“
Die Ermittlungen sehen als nächsten Schritt die Aufnahme der kriminaltechnischen Untersuchungen vor. Ob sich nach Monaten im Fluss noch verwertbare Spuren finden lassen, wird sich jetzt zeigen müssen. Klarheit besteht nur über den bislang verschlossenen Kofferraum, den die Polizei geöffnet hat. Er war leer.
