HUNTLOSEN - Es gebe 180 Millionen Wasserbüffel weltweit, weiß Peter Biel, Büffelzüchter von der Büffelfarm in Hatten. Seit April dieses Jahres tummeln sich vier davon, Amos, Thea, Greta und Tina, in Huntlosen, nämlich auf der Wiese beim Forsthaus am Hegeler Wald. Demnächst sollen noch zwei Tiere aus Aurich dazu kommen.

Vom Rand der Wiese aus, an der Straße „Am Forst“, sind die Büffel nicht zu sehen, da ein kleiner Hügel auf der Weide die Sicht versperrt. Erst als Biel den „Büffel-Lockruf“ einsetzt, kommen die vier Tiere aus der Ferne angelaufen. Prompt legt sich der einzige männliche Büffel, Amos, hin und wedelte mit dem Schwanz. „Das ist ein gutes Zeichen“, sagt Biel: „Er zeigt damit, dass er Kontakt zu Menschen haben will.“ Die Tiere waren jedoch nicht von Anfang an so zutraulich. Der 67-Jährige musste erst ihr Vertrauen gewinnen.

Seine Liebe zu den Büffeln hat Biel 1998 entdeckt. „Es gab einen Büffel mit Namen Valentino. Er sollte geschlachtet werden. Da habe ich mir überlegt, dass man etwas Besseres mit ihm machen kann. Es war einfach zu schade um Valentino“, so der Hatter.

So kam Biel die Idee, dass Büffel auch stark vernässte Gebiete beweiden könnten, wozu zum Beispiel Rinder nicht in der Lage seien. Seit 1998 ist Biel darum Besitzer einer Büffel-Farm in Hatten. Der erste Einsatz von Wasserbüffeln erfolgte 2002; seinerzeit waren zehn Jungbüffel-Bullen auf eine Weide im Naturschutzgebiet Hasbruch bei Hude geführt worden. „Das Projekt hat 100-prozentig geklappt“, so der 67-Jährige, „darum haben wir es weiter geführt“. Seit 2008 gibt es auch den gemeinnützigen „Internationalen Förderverband zum Einsatz des Wasserbüffels als Landschaftspfleger in Europa“ (IFWL), der von Biel sowie Dr. René Krawczynski und Hans-Georg Wagner von der Universität Cottbus gegründet wurde. Damit das Büffel-Projekt im Oldenburger Land weitergeführt werden kann, braucht der Verein Unterstützung. Denn ein erwachsener Wasserbüffel kostet zum Beispiel rund 2000 Euro. „Ich finde es schade, dass der Landkreis sich nicht am Projekt mit den Wasserbüffeln in Huntlosen beteiligt“, sagt Biel, „das hätte mich wirklich gefreut“.

Freuen konnten sich jedenfalls die Tiere in Huntlosen; denn Förster Karl-Heinz Frese hob ihnen sogar extra eine Kuhle aus, in der sie sich suhlen können.

Tanja Mikulski
Tanja Mikulski Redaktion Münsterland