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Gesundheit Schnuller kommen an den Baum

HUNTLOSEN - Sie sind schön praktisch, um ein Kleinkind zu beruhigen. Doch die Schnuller, die in fast jeder Familie zum Einsatz kommen, bergen auch Gefahren. Darauf möchte der Huntloser Zahnarzt Martin Carstensen hinweisen. „Nach Möglichkeit sollten Kinder bis zum 24. Lebensmonat vom Schnuller entwöhnt werden“, rät Carstensen. Spätestens nach drei Jahren müsse die „Schnullerzeit“ endgültig beendet sein. Er hat jetzt einen „Schnullerbaum“ in seiner Praxis aufgestellt, um die Entwöhnungsphase zu erleichtern.

Fortdauerndes Lutschen auf dem „Nuckel“ könne unter anderem zu Zahn-, Kiefer- und Zungenfehlstellungen führen. Letzteres führe wiederum zu Sprachfehlern, da die Zunge dauernd mit dem Schnuller beschäftigt sei, anstatt das Sprechen zu trainieren. Die Mundatmung erhöhe außerdem das Risiko, an Karies- und Erkältungen zu erkranken, weiß der Zahnmediziner zu berichten.

Das Ende der „Schnullerzeit“ einzuläuten, ist leichter gesagt als getan. „Denn normalerweise geben die Kinder ihr liebgewonnenes Stück nur äußerst ungern heraus“, so Carstensen. Eine allgemeine Lösung gebe es nicht. „Bewährt haben sich Techniken, wie den Tausch des Schnullers gegen ein Geschenk, welches das Kind unbedingt haben möchte“, berichtet der Zahnarzt.

Gut findet Carstensen auch die Idee des „Schnullerbaums“. Sie stammt aus Dänemark, wo laut Carstensen schon seit den 1920er-Jahren Kinder an ausgewiesenen Bäumen in öffentlichen Parkanlagen ihren Schnuller aufhängen können. Auch in einigen Kliniken, Kindergärten und Zahnarztpraxen wurden bereits solche Bäume aufgestellt. Nach der schmerzhaften Trennung vom geliebten „Nucki“ haben die Kinder die Möglichkeit, den Schnullerbaum zu besuchen.

Carstensen hat in seiner Praxis jetzt auch einen solchen Schnullerbaum stehen. Tischler Tabke hat den Baum gebaut. Jungen und Mädchen des evangelischen Kindergartens haben ihn mit vielen bunten Handabdrücken gestaltet.


Zur Einweihung schaute die Krippengruppe vorbei. Und auch die ersten Schnuller wurden aufgehängt. Bei dieser Gelegenheit schauten die Kleinen sich auch ein Behandlungszimmer an und nahmen im Zahnarztstuhl Platz.

Martin Carstensen legt – wie auch seine Kollegen – viel Wert auf die Prophylaxe. Und dazu gehört auch die Schnullerentwöhnung.

Egal, wie Eltern dies gestalteten. Wichtig sei, auf alle Fälle das Kind mit einzubeziehen: „Starten Sie keine Hau-Ruck-Aktionen, denn damit verängstigen sie ihren Nachwuchs und erreichen nur das Gegenteilt von dem, was Sie eigentlich möchten“, so der Tipp des Huntloser Zahnarztes.

NWZ

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Klaus Derke
Klaus Derke Redaktion Hude
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