HUNTLOSEN - Sommer, Ferien, Zeltlager und das Urstromtal der Hunte – einen besseren Rahmen hätte es für die gewässerkundliche Freizeit der Naturschutz-Jugend Niedersachsen (NAJU) am vergangenen Wochenende nicht geben können. Von Freitag bis einschließlich Sonntag hatte die NAJU mit Sitz in Oldenburg und mit Unterstützung des Oldenburgisch-Ostfriesischen-Wasserverbandes (OOWV) 17 aktive junge Naturschützer im Alter von 13 bis 27 Jahren aus ganz Niedersachsen eingeladen. Treff- und Ausgangspunkt war das Gelände an der Gaststätte „Zur Hunte“ an der Dehlandbrücke nahe Huntlosen.

Stand am Freitag das Einrichten des Zeltlagers, das Organisatorische und ein Gang entlang der Hunte im Mittelpunkt, unternahmen die jungen Naturschützer unter der Leitung von Maja Masanneck, Geschäftsführung der NAJU Niedersachsen, am Sonnabend ab der Autobahnbrücke in Wildeshausen einen erste Exkursion auf dem Wasserweg. „Während unserer Entdeckungsfahrt werden wir die Hunte auch genau auf ihre Gewässerqualität hin untersuchen“, erläuterte Masanneck. „Neben zu messenden chemischen Werten sollen uns die in der Hunte lebenden Tiere und Pflanzen Hinweise geben, wie es um den Fluss steht.“

Auf den Spuren von Bachflohkrebsen und Eintagsfliegen erlebten die Jugendlichen eine spannende Kanufahrt. Als willkommener Nebeneffekt gaben die vorkommenden Tiere Anhaltspunkte über die generelle Gewässersituation. Ziel sei es, das trockene theoretische Wissen mit erlebnisorientierten praktischen Maßnahmen zu verknüpfen und so eine qualifizierte Einschätzung der Gewässergüte zu erlangen. „Zudem gilt es, nicht nur die Schönheiten der Huntelandschaft zu entdecken, sondern auch ihren Problemen auf die Spur zu kommen“, ergänzte Maja Masanneck. Stichworte waren hier die starke Laufverkürzung, aber auch die Berücksichtigung der positiven Veränderungen durch die Renaturierungsmaßnahmen, wie die aktuelle Laufverlängerung durch den Anschluss eines alten Huntearms (die NWZ berichtete mehrfach). Fachvorträge zum Gewässer- und Trinkwasserschutz rundeten das Angebot ab.

Am Sonnabend wurde die Huntefahrt bis in die Dämmerung ausgedehnt. „Als Überraschung stand die nächtliche Beobachtung der Fledermäuse vom schwankenden Boot aus“, ließ Maja Masanneck durchblicken. Der Sonntag beinhaltete abschließend die Bootsfahrt von der Dehlandbrücke aus in Richtung Oldenburg bis zum Stau.