HURREL - Birgit und Werner Ganteföhr wissen, wie man Gäste empfängt, zumal solche, die etwas lang erwartetes mitbringen. Und so gab es auf ihrem Hof in Hurrel erst einmal einen Schluck für die Besucher. Bei Landrat Frank Eger und dem Landtagsabgeordneten Christian Dürr (FDP) schien die flüssige Stärkung denn auch neue Kräfte freigesetzt zu haben, denn kurz darauf begannen sie kräftig zu schrauben, „eine Serviceleistung“, wie Dürr anmerkte. Und eine deutlich sichtbare noch dazu, denn der Hof der Ganteföhrs erhielt am Freitag als zweites Gebäude in Niedersachsen eine Denkmalschutzplakette.
Das rustikale Bauwerk, erbaut im Jahre 1521, steht bereits seit 1997 unter Denkmalschutz. Doch bis vor kurzem gaben sich so geschützte Bauten noch nicht von außen als solche zu erkennen. Es fehlte schlicht an einem Schild oder eine Plakette. Anfang des Jahres hatte die Idee dafür schließlich alle bürokratischen und politischen Hürden genommen, und so kam nun auch Ganteföhr’s Gehöft endlich zu seinem Siegel. Zuvor hatte Werner Ganteföhr sich bereits mit einem selbst gestalteten Schild beholfen um die Hofanlage, zu der zwei große Schuppen, ein Schweinestall und eine Diele mit Stallungen für das Vieh gehören, als denkmalgeschützt auszuweisen.
Sichtlich erfreut über die vielen Besucher, die der offiziellen Anbringung beiwohnten, lud Werner Ganteföhr denn auch Interessierte ein, den Hof „Mit offenem Mund und nicht mit geschlossenen Augen“ zu erleben. Er und seine Frau hätte stets versucht, die Würde des Hauses zu achten, wofür auch der Landrat lobende Worte fand. Und Eger beglückwünschte das Paar, das seit Ende der 1970er Jahre den Hof hegt und pflegt, zum neuen „Ausweis“: „Sie schreiben Geschichte im Landkreis.“
Das die Erhaltung und Pflege solcher alten Gemäuer auch mit einer ganzen Menge privater Initiative und harter Arbeit verbunden ist, würdigte Christian Dürr in seiner Laudatio: „Besonders das private Engagement, das in solche Projekte gesteckt wird, sollte von Politik und Verwaltung anerkannt werden. Vor allem aber ist es wichtig, die Besitzer denkmalgeschützer Gebäude in sämtliche Prozesse mit einzubeziehen.“
Das Ehepaar Ganteföhr jedenfalls hat schon einiges an Arbeit in ihren Hof gesteckt. Alte Holztüren mit filigranen Scheiben wurden aufwendig restauriert und mit Türklinken aus der Gründerzeit versehen. Und das Dach ist natürlich wie in früheren Zeit mit Reet gedeckt.
