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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

EXISTENZGRÜNDUNG: „Ich-AG“ läuft Ende Juni aus

24.06.2006

BERLIN /OLDENBURG Wer noch die alte Förderung will, muss sich sputen. Bis zum 30. muss der Antrag vorliegen.

Von Rüdiger zu Klampen

und unseren Agenturen BERLIN/OLDENBURG - Neue Ich-AGs gibt es nur noch wenige Tage. „Schade“, sagt Sabine Dilz. Sie weiß, was sie an diesem Instrument hat: „Ohne den Zuschuss hätte ich mich nicht selbstständig gemacht“. Die Bäckermeisterin hat am 5. Februar in Hundsmühlen (Kreis Oldenburg) ein Kuchengeschäft eröffnet – „und eine echte Marktlücke entdeckt“, wie sie heute bilanziert. Die Förderung per Ich-AG habe fürs Erste die Kranken- und Rentenversicherung abgedeckt. Das sei wichtig.

Ab 1. Juli werde definitiv keine neuen Ich-AGs mehr genehmigt. Mit der zweiten wichtigen Förder-Schiene für Gründer, dem Überbrückungsgeld, soll sie – sofern der Bundesrat zustimmt – ab August zu einem neuen Instrument („Gründungszuschuss“) zusammengefasst werden: Es wird maximal 15 (Ich AG: 36) Monate gezahlt.

Zum Ende ist die Ich-AG gefragt wie selten. Knapp 6800 Anträge sind allein im Mai bewilligt worden – mehr als je zuvor seit Anfang 2005.

Als „Unwort“ des Jahres machte die „Ich-AG“ bei ihrem Start im Januar 2003 Schlagzeilen. Fest steht aber: Seit Einführung der Ich-AG schwappt eine schon lange nicht mehr erlebte Gründerwelle über das Land. Und nicht nur bei der Oldenburger Arbeitsagentur heißt es: „Das Instrument hat mit insgesamt 2900 Bewilligungen sehr gut eingeschlagen. Wir sind zufrieden.“

Allerdings warfen auch viele der Neu-Selbstständigen schon nach kurzer Zeit das Handtuch. Allein 120 000 Kleinstbetriebe gaben im ersten Quartal 2006 auf, neun Prozent mehr als vor Jahresfrist, ermittelte das Statistische Bundesamt. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) sieht in den Zahlen seine Befürchtungen bestätigt, dass „ein Großteil der neuen Unternehmen wegen mangelhafter unternehmerischer Qualifikationen“ scheitert. Mit der Ich-AG habe sich „eine Subventionsmentalität bei vielen Existenzgründern verfestigt“ – und die Idee, Selbstständigkeit sei staatlich finanzierbar.

Ich-AG-Gründer bekommen drei Jahre lang Förderung: Anfangs 600 Euro monatlich, im zweiten Jahr jeweils 360 Euro und im dritten Jahr 240 Euro. Insgesamt rund 382 000 Menschen nutzten nach der Statistik der Bundesagentur für Arbeit bislang die Förderung.

Eine gemischte Bilanz der bisherigen staatlichen Gründerförderung zieht das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Drei von vier Existenzgründungen aus Arbeitslosigkeit seien nach einer Startphase von 16 bis 19 Monaten „noch am Markt“. Von den Abbrechern hätten 37 Prozent das „Abenteuer Selbstständigkeit“ mit Schulden beendet. „Im günstigsten Fall hat die Gründung eine Brückenfunktion in dauerhafte selbstständige Erwerbsarbeit. Im zweitgünstigsten Fall führt sie zurück in abhängige Erwerbstätigkeit, im ungünstigsten Fall erweist sie sich als „soziale Falle““, lautet das Fazit der IAB-Experten.

Die Ich-AG läuft am 30. Juni aus: Nur wer bis dahin einen Förderantrag stellt und eine Tragfähigkeitsbescheinigung der Kammern vorlegt, kann die bisherige Förderung in Anspruch nehmen.

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