Harkebrügge - „So etwas würde ich nie wieder machen. Das bereue ich. Doch ich sprach im Namen des Vereins und nicht für mich alleine.“ Das sagt der ehemalige Schützen-Kommandeur des Schützenvereins Harkebrügge, Richard Machatzke, im Gespräch mit der NWZ . Er bezieht sich damit auf einen Vorfall vor einem Jahr auf dem Schützenfest. Der 22-jährige Sebastian Schrör wurde öffentlich beschuldigt, Straßenschmuck zerstört zu haben – und Machatzke war es, der den Namen bekannt machte. Doch Schrör war wie berichtet nicht der Randalierer.
Aktion als Abschreckung
„Das ist blöd gelaufen, das gebe ich zu“, schildert Machatzke seine Sicht der Dinge. Man habe damals mit dieser Aktion abschrecken wollen. Schließlich sei es seit Jahren immer wieder zu Sachbeschädigungen rund um das Schützenfest gekommen. Also habe er sich den Rückhalt des Vorstandes geholt. „Man sagte mir ,Mach doch. Dann ist endlich mal Ruhe’.“ Der Name wurde also öffentlich gemacht. Doch Zeugen, die den 22-Jährigen auf frischer Tat gesehen haben wollen, zogen ihre Aussage später zurück. Schrör war somit entlastet.
Fast ein Jahr lang habe der Vorstand versucht, die Sache wieder ins rechte Licht zu rücken und mit Schrör über Modalitäten einer Wiedergutmachung zu reden, so Machatzke. Ohne Erfolg. In diesem Jahr folgte im Festzelt auf dem Schützenfest dann die öffentliche Entschuldigung des Vereins. Schrör forderte aber auch eine persönliche Entschuldigung vom Kommandeur. Das lehnte Machatzke ab. „Ich war das Sprachrohr des Vorstandes, und in diesem Rahmen habe ich mich auch entschuldigt. Ich war aber nicht gewillt, mich persönlich zu entschuldigen“, sagt Machatzke. Eine Handreichung habe der 22-Jährige ausgeschlagen, eine persönliche Entschuldigung gefordert und nach Aussage von Machatzke gesagt: „Ich will dich auf Knien sehen“. Im Hintergrund hätte eine Gruppe skandiert: „Wir wollen Machatzke rollen sehen.“ Das war dem Kommandeur zu viel. „Ich griff dann zum Mikro, nahm die gesamte Schuld auf meine Kappe und trat dann konsequenterweise von meinem Posten zurück.“
Kaum Zuspruch aus Dorf
Was ihn sehr irritiert: „Keiner im Zelt stand mir zur Seite. Das hat sehr weh getan.“ Er erhalte nach seinem Rücktritt von befreundeten Nachbarvereinen mehr Rückenstärkung und Zuspruch als aus dem eigenen Dorf, zeigt sich Machatzke enttäuscht. Auch dass Schützenchef Georg Eilers kein Verständnis für seinen Rücktritt habe (die NWZ berichtete), könne er kaum glauben. „Wenn das so sein sollte, dann waren 24 Jahre intensiver Vereinsarbeit mit all seinen Mühen und Strapazen wohl für die Katz.“ Seinen Rücktritt bedaure er „von ganzem Herzen“, doch er halte an seinem Entschluss fest.
