Friesoythe - Wie soll sich die Region bis 2020 verändern? Dieser Frage sind am Donnerstagabend im Forum am Hansaplatz 85 Teilnehmer in der Zukunftskonferenz der Region Soesteniederung nachgegangen. Vor allem Ratsmitglieder und Mitarbeiter der Verwaltung aus den Nordkreis-Kommunen, Vertreter von Vereinen und Verbänden sowie aus der Wirtschaft und wenige Bürger waren im Forum erschienen – aber „mehr als in Cloppenburg“, freute sich Friesoythes Bürgermeister Johann Wimberg mit einem Augenzwinkern in seiner Begrüßung.

Wie berichtet, will die Region Soesteniederung mit den Kommunen Cloppenburg, Friesoythe, Bösel, Cappeln, Emstek, Garrel, Molbergen und Saterland Leader-Region werden und damit vom Millionen-Topf mit EU-Fördermitteln profitieren. 2,4 Millionen Euro an Fördermitteln liegen zunächst einmal im Topf. Es geht aber um wesentlich mehr, denn „wer nicht im Programm ist, für den wird es schwer, Fördermittel zu bekommen“. Das sagte Roland Stahn, Projektleiter bei der mit der Erstellung eines Regionalen Entwicklungskonzeptes beauftragten Grontmij GmbH.

Dass die Vertreter aus den Nordkreis-Kommunen gute Verwendung für die Fördermittel hätten, wurde im kreativen Teil der Veranstaltung schnell deutlich: Vertreter aus Bösel etwa zeichneten den Festplatz auf und brachten Überlegungen zur Umgestaltung etwa mit einer Tribüne ins Spiel. Dorfpark, Umgestaltung der Bahnhofstraße, ÖPNV-Anschluss für Petersdorf, Vereinbarkeit von Wohnen und Landwirtschaft waren weitere Themen.

Für eine Friesoyther Gruppe war die Reaktivierung der Eisenbahnstrecke zwischen Friesoythe und Cloppenburg für den ÖPNV Thema, Soeste und Friesoyther Kanal für Boote zugänglich machen lautete ein weiterer Vorschlag. Apropos Soeste: Diese für Friesoyther erlebbar machen – sei es durch Rückschnitt des Grüns entlang des Flusses, Treppen oder Plateaus – war bei mehreren Gruppen ein Thema. Für barrierefreie Sport- und Freizeitanlagen sprach sich der Beirat für Menschen mit Behinderungen aus. Die Kreisverkehre als Ausstellungsfläche für Kunstgegenstände erlebbar zu machen, war eine Idee.

Ein verbessertes Radwegenetz entlang der Soeste oder durch den Eleonorenwald bis ins Emsland wurde ebenso aufs Papier gezeichnet.


Der Einsatz eines Hökerwagens in Neuscharrel oder eine Paddel- und Pedalstation in der Bauerschaft kamen ebenso zur Sprache. E-Bike-Aufladestationen in Markhausen und eine Radwegeverbindung von Markhausen nach Friesoythe wurden aufgezeichnet. Ein Mehrgenerationen-Café wurde für das Saterland vorgeschlagen, zudem die Sicherung der ärztlichen Grundversorgung.

All diese Ideen werden in das Regionale Entwicklungskonzept aufgenommen. Dann werden aus der Lokalen Aktionsgruppe – die beinhaltet 25 Personen aus kommunalen Spitzenvertretern und Wirtschafts- und Sozialpartnern – bis Ende Oktober Themenfachgruppen gebildet, die sich mit den Gebieten beschäftigen werden.

Ob die Region Soesteniederung tatsächlich im Leader-Programm berücksichtigt wird, wird sich voraussichtlich bis April 2015 entscheiden. Dabei stehen die Chancen laut Stahn nicht schlecht, schließlich würden die besten 40 von 50 oder 60 Bewerbungen berücksichtigt.

Friesoythes Bürgermeister Johann Wimberg und der Saterländer Kollege Hubert Frye riefen zudem dazu auf, die Chance zur Beteiligung über das Internet-Portal zu nutzen:

Reiner Kramer
Reiner Kramer Redaktion Münsterland (Stv. Leitung Cloppenburg/Friesoythe)