IFFENS - Die Umweltstation Iffens ist immer wieder für eine Überraschung gut. So war es auch beim jüngsten Vortrag, als den Gästen zur Begrüßung Milipap serviert wurde. Das traditionelle Essen aus Namibia kam bei den Besuchern gut an: Alle mochten diesen Maisbrei sehr gerne.
Und schon waren sie mitten in Namibia, diesem trockenen, wunderschönen Land, das zu Kaisers Zeiten als „Deutsch Südwest-Afrika“ die Lieblingskolonie des Reiches war. Wie es dort heute aussieht, berichtete Stefan Ramme. Der Biologe arbeitet seit 2007 beim Wiesenvogel-Schutzprojekt Stollhammer Wisch mit.
Vorübergehend hatte er die Kartierung von Kiebitzen, Rotschenkeln und Uferschnepfen gegen die Beobachtung von Elefanten, Nashörnern, Zebras und Antilopen getauscht. Sogar Löwen bekam er zu sehen. Von Anfang Juni 2007 bis Ende Januar 2008 war Stefan Ramme als Reiseleiter im Etosha-Nationalpark und im Okavango-Delta im Norden Namibias tätig.
Namibia ist ein sehr trockenes Land, nur wenige Flüsse führen ganzjährig Wasser. Nach der Regenzeit trocknen viele Wasserläufe aus. Deshalb können an den Wasserstellen viele unterschiedliche Tiere beobachtet werden.
Stefan Ramme hatte für seine Präsentation viele Daten mitgebracht, die er mit denen aus Deutschland verglich, das nur etwa halb so groß ist. So leben in Namibia nur 2,4 Einwohner pro Quadratkilometer, in Deutschland sind es 230. Ein wichtiger Wirtschaftszweig in Namibia ist die Landwirtschaft, insbesondere die Rinder- und Schafzucht, die ihren Ursprung in der deutschen Kolonialzeit haben. Pro 1000 Hektar gibt es in Namibia vier Traktoren, in Deutschland sind es 80.
Stefan Ramme wäre gerne noch länger in Namibia geblieben, aber er bekam keine weitere Arbeitsgenehmigung als Reiseleiter. So wird er wohl auch in der nächsten Saison in der Stollhammer Wisch die Kiebitze kartieren – und von Löwen träumen.
