Jetzt huschen wieder die Igel durch die Gärten. Darf man die eigentlich anfassen?
FingerhutMan sollte es nicht machen, auch wenn es dem Tier nicht sonderlich schadet. Aber der Igel ist ein Wildtier – und Wildtiere sind von menschlichen Berührungen generell nicht begeistert.
Gartenbesitzer haben oft das Bedürfnis, Igel zu füttern. Ist das ratsam?
FingerhutFür Jungtiere, die sehr klein erscheinen, kann es von Vorteil sein, wenn sie versorgt werden. Wenn sie unter 500 Gramm wiegen, stellt sich die Frage, ob die Elterntiere in der Lage sind, sie ausreichend zu säugen.
Was gibt man diesen Tieren am besten?
FingerhutDie einfachste Lösung ist Katzenfutter, möglichst verschiedene Sorten. Man kann sich auch ein paar Larven aus der Zoohandlung besorgen, aber mit Katzenfutter habe ich selber sehr gute Erfahrungen gemacht.
Sollte man die Tiere zum Füttern auch ins Haus holen? Oder schadet das eher?
FingerhutWenn sie ganz klein sind, kann man das machen. Dann befüllt man einen Karton mit etwas Laub und setzt das Tier hinein. Normalerweise sollten Igel aber draußen gefüttert werden.
Was können Igel-Freunde sonst noch tun, um den Tieren über den Winter zu helfen?
FingerhutWir vom Nabu empfehlen, beim Laubharken einen kleinen Haufen Laub in einer Ecke des Gartens liegen zu lassen. Darin überwintern Igel gern. Wer es ihnen noch ein bisschen bequemer machen möchte, kann eine kleine umgedrehte Holzkiste mit Laub und Reisig bedecken. Das ist dann eine „Igelburg“. Es gibt auch richtige Igelkästen, die können Gartenbesitzer beim Nabu bestellen. Ich habe noch welche auf Lager.
Und worauf sollte man achten, damit Igel keinen Schaden erleiden?
FingerhutIn vielen Gärten gibt es Igelfallen, die man entschärfen kann. Über Lichtschächte oder Löcher sollten Gitter gelegt werden. Und wer einen Gartenteich hat, stellt ein schräges Brett hinein, das aus dem Wasser zum Ufer führt. Es kommt nämlich vor, dass Igel beim Trinken in den Teich plumpsen.
Gehört der Igel eigentlich zu den bedrohten Arten oder geht es ihm vergleichsweise gut?
FingerhutIch habe keine Erkenntnisse, dass er bedroht wäre. Trotzdem appelliert der Nabu jedes Jahr an Gartenbesitzer, den Tieren zu helfen.
