IGGEWARDEN - Um die Ansprüche für verwundete Soldaten, Witwen und Waisen nach dem Zweiten Weltkrieg durchzusetzen, wurden auch in Butjadingen zwei VdK-Ortsverbände gegründet. Vor nunmehr 60 Jahren wurden in Burhave und in Stollhamm die beiden Verbände aus der Taufe gehoben. Im Jahr 2000 schlossen sich die Ortsverbände Stollhamm und Seefeld zusammen. Das 60-jährige Bestehen haben beide Ortsverbände jetzt gemeinsam auf Hof Iggewarden in sehr stimmungsvoller Atmosphäre gefeiert.

Neben einer ganzen Reihe Ehrengäste waren auch die Mitglieder geladen. Landrat Michael Höbrink sagte, dass in der gegenwärtigen Situation der VdK noch immer benötigt werde. Denn ihm erscheine, dass die Unterschiede zwischen Arm und Reich trotz aller Bemühungen immer größer würden.

Dabei stehe der VdK den hilfsbedürftigen Menschen bei und sorge sich um das soziale und wirtschaftliche Dasein der Mitbürger. Der VdK sei ein Anwalt der Benachteiligten, denn nach der schweren Hypothek des Krieges und der Zeit des Wiederaufbaus mit Kraft und Zuversicht habe der Sozialverband nicht nur die Opfer des Krieges im Blick. Alle benachteiligten Personen seien im Sozialverband gut vertreten. Aber der Sozialverband trete auch immer wieder als Mahner für Frieden in der Welt auf, lobte der Landrat.

Bürgermeister Rolf Blumenberg hob vor allem das intakte Vereinsleben in den beiden Ortsverbänden hervor. Bei Feiern, Ausflügen oder sonstigen Zusammenkünften gebe es die Gelegenheit, aus dem oft grauen Alltag auszubrechen und gemeinsam schöne Stunden zu verbringen. Gespräche und Unterhaltung seien dabei genauso wichtig, wie das Teilen von Nöten und Sorgen. Besonderes Lob gab es vom Bürgermeister daher für die beiden Vorsitzenden Heinz Arendt (Burhave) und Harry Sanders (Stollhamm) für ihre hingebungsvolle Arbeit und ihren Einsatz.

Aber der Sozialverband stehe mit seiner Beratungstätigkeit auch ganz konkret den Menschen bei, so Blumenberg. Auch wenn sich der Einzelne vielleicht einer aussichtslosen Position gegenübersehe, helfe der große Sozialverband mit seiner Erfahrung. Würdige Lebensbedingungen für alle Menschen sei dabei der Antrieb, besonders auch für die Menschen, die ihre Lebensleistung für die Gesellschaft erbracht hätten, sagte Rolf Blumenberg.


An die Gründungszeit erinnerte in seinen Grußworten der stellvertretende VdK-Landesvorsitzende Hansjürgen Klose. Nach dem Krieg sei die Versorgung von verwundeten Soldaten, Witwen und Waisen nicht ausreichend geregelt gewesen. Es gab über 800 Paragraphen und Vorschriften. Der Sozialverband stand in dieser Zeit den Bedürftigen bei, um in dem Gesetzesdschungel sich zurechtzufinden. Und wer sich zurechtfand, bekam noch nicht einmal Geld für das Nötigste.

Auch hier war es die Aufgabe des VdK, für Verbesserung zu streiten. Diese Zeit sei zwar glücklicherweise vorbei. Aber auch heute gebe es für den Sozialverband viel Arbeit im sozialen Bereich.

Hansjürgen Klose hatte bei der Jubiläumsveranstaltung in Iggewarden noch eine besondere Aufgabe. Er zeichnete den Vorsitzenden des VdK-Kreisverbandes Wesermarsch, Ingo Holst, für seine 20-jährige ehrenamtliche Vorstandstätigkeit aus.