IGGEWARDEN - Positiv überrascht über die große Teilnehmerzahl an der Gründungsversammlung des „Fördervereines Langwarder Groden – Erhalt unserer Heimat zwischen den Deichen" war Dieter Brockhoff, der sich im Vorfeld maßgeblich für den Erhalt des Vordeiches eingesetzt hatte. 28 Butjenter kamen am Sonnabendmorgen zum „Hof Iggewarden“ und ließen sich den Zweck des Fördervereines und die geplanten Aktionen und Projekte näher erläutern.
Nachdem sieben Teilnehmer das Gründungsprotokoll unterschrieben hatten, leitete Kreislandvolk-Geschäftsführer Manfred Ostendorf die Wahl des ersten Vorstandes des neuen Fördervereins. Zum 1. Vorsitzenden wurde Dieter Brockhoff gewählt. Ihm sei der Erhalt des Vordeiches eine Herzensangelegenheit, sagte der Gewählte und versprach, alles gegen das bestehende Planfeststellungsverfahren aus dem Jahre 2000 zu unternehmen.
Das sieht zwei 400 Meter breite Einschnitte im Vordeich vor. Die erwarteten Überflutungen sollen dann zwischen dem Vordeich und dem Hauptdeich neue Salzwiesen entstehen lassen. Die Gegner dieser Maßnahme bezweifeln jedoch, dass es zu den Überflutungen kommen wird, da das Gelände hinter dem Vordeich höher als der Meeresspiegel liegt.
Zum 2. Vorsitzende wählte die Gründungsversammlung Ralf Töllner, die drei Beisitzer Jan Dunkhase, Gerd Groen und Udo Reiners komplettieren den Vorstand. Die Geschäftsführung wird die Bankangestellte Vanessa Kuck übernehmen.
Der Mitgliedsbeitrag wurde auf 50 Euro pro Jahr festgelegt. Mit diesem Geld wolle man vor allem viel Öffentlichkeitsarbeit leisten, Informationsveranstaltungen organisieren und die Bevölkerung vor Ort über die Planungen in Kenntnis setzen, erklärte der Vorsitzende. „Die Bevölkerung soll unser Trumpf sein“, sagte Brockhoff, der der Politik und Bürgermeister Rolf Blumenberg vorwarf, die Bevölkerung über die geplanten Maßnahmen in Unkenntnis zu lassen.
Eine erste Informationsveranstaltung für die Bürger auf dem „Hof Iggewarden“ soll bereits in vier Wochen stattfinden. Der genaue Termin wird noch von den beiden Pressesprechern Hans Witbaard und Mirko Monatz bekannt gegeben.
Dieter Brockhoff stellte in Aussicht, ein Gutachten zu beauftragen, das sich mit den Folgen der Vordeicheinschnitte genauer beschäftigt und die tatsächlichen Überflutungsraten berechnen soll. Die Tatsache, dass dann im Weltnaturerbe herumgebaggert werde, wollte er so nicht akzeptieren. So würden Naturschutzflächen zerstört, um neuen Naturschutz aufzubauen. „Vielleicht werden wir nichts erreichen, aber wir werden darum kämpfen“, zeigte sich Brockhoff zuversichtlich.
Für ein solches nicht ganz billiges Gutachten will der Verein zusätzliche Spenden generieren. Es gehe auch darum, Alternativen aufzuzeigen, wo wirkungsvoll Salzwiesenzugewinn betrieben werden könne, wie etwa beim Augustgroden, erklärte Jan Dunkhase. Er kritisierte, dass in der Vergangenheit Beschlüsse ohne die Beteiligung der Bevölkerung gefasst wurden.
ein bedeutsames Kulturgut erhalten Die Förderungund der
Erhalt des Langwarder Grodens als bedeutendes Kulturgut ist laut Satzung das Ziel des neuen Fördervereins. Darüber hinaus diene der Groden der Landessicherheit mit dem vorhandenen Vordeich. Der Verein will erreichen, dass Bürger Butjadingens sich zusammenschließen und gemeinsam Aktivitäten zum Erhalt des Grodens entwickeln. Dabei soll der jetzige Ist-Zustand bewahrt bleiben und der Vordeich als besonderes Kulturdenkmal ausgewiesen werden. Die Bevölkerung soll über die Bedeutung des Langwarder Grodens und des Vordeiches insbesondere bei Sturmfluten aufgeklärt werden. Die Kommunikation und Kooperation zwischen Naturschutz, Vogelschutz und Landwirtschaft soll gefördert werden. Die dauerhafte Sicherung der Nutzbarkeit des ökologischen Grünlandes im Groden durch die Landwirtschaft soll erzielt werden. Das besondere Kulturgut Langwarder Groden soll erlebbar und erfahrbar bleiben und es sollen Aktivitäten zum Schutz der Umwelt gefördert werden. Sitz des neuen Fördervereins ist
Fedderwardersiel.
