Ihausen - Diese Umstellung hat sich gelohnt: Vor einigen Jahren hat Manfred Schröder aus Ihausen auf ein Heizsystem umgestellt, das mit getrocknetem Elefantengras betrieben wird. Damit wollte er drei Haushalte und seine Baumschule kostengünstig mit warmem Wasser versorgen – so sein Plan. Die NWZ hat den Baumschulbetreiber getroffen und nachgefragt, ob das Konzept aufgegangen ist.
Alles ist gut gelaufen
„Es klappt alles so, wie wir uns das damals gedacht haben“, berichtet Manfred Schröder zufrieden. Damals war im Jahr 2013, als das Elefantengras auf einem zwei Hektar großen Acker gepflanzt wurde und die Heizungsanlage schon seit einem Jahr genutzt wurde – damals noch mit Holzhackschnitzel.
Braucht weder Öl noch Gas zum Heizen: Manfred Schröder mit geschreddertem Elefantengras
Wolfgang Alexander Meyer
Per Schneckenförderung wird das gehäckselte Elefantengras in die Anlage eingespeist.
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Über einen kleinen Bildschirm steuerbar: das Menü der Anlage, die man auch per Smartphone bedienen kann.
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Der Abfall: nach 10 bis 14 Tagen ist eine Box, etwa so groß wie drei Schuhkartons, mit Asche gefüllt.
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Kann mehr als drei Meter hoch wachsen: Elefantengras in Ihausen
Wolfgang Alexander Meyer
Zwei Hektar groß: Elefantengrasfeld in Ihausen
Privat
Während der Ernte im Frühjahr: Elefantengrasfeld in Ihausen
Privat
Während der Ernte im April 2016: Manfred Schröder vor dem Häcksler
Wolfgang Alexander Meyer
Archivbild: Ernte im April 2016
Wolfgang Alexander Meyer
Archivbild: Ernte im April 2016
Wolfgang Alexander Meyer
Archivbild: Ernte im April 2016
Wolfgang Alexander Meyer„In diesem Jahr ist unsere Ernte groß genug, dass wir kein Holzhackschnitzel mehr zukaufen müssen“, freut sich Schröder, der nicht bereut, dass er seine alte Ölheizung nicht mehr nutzt.
Für die NWZ hat hat er grob durchgerechnet, wie hoch seine Kosten mit der alten Heizung waren und wie viel Geld er heute ausgeben muss.
Bis zu 8500 Euro Heizkosten im Jahr mit Öl
Elefantengras stammt ursprünglich aus Asien. In den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts kam es nach Europa und findet immer größere Beachtung als Brennstoff.
Die Grasart vermehrt sich über ihr unterirdisches Wurzelsystem und sät sich nicht selbst über Pollen aus.
Ein Elefantengrasfeld muss nicht besonders bewirtschaftet werden. Eine Düngung ist theoretisch nicht nötig, weil die Pflanze wichtige Nährstoffe im Winter in der Wurzel speichert.
Geerntet wird das Elefantengras im Frühjahr, wenn es trocken ist. Im Winter dient es Wildtieren als Unterschlupf.
„Ich habe mit einem Verbrauch von 9000 Liter Heizöl, die die drei Haushalte und meine Baumschule pro Jahr verbrauchen, kalkuliert“, erklärt er. Wenn man einen Ölpreis von 85 Cent pro Liter zugrunde lege, komme man auf 6800 bis 8500 Euro Kosten im Jahr – je nachdem, wie hart der Winter sei.
Das Elefantengras muss Schröder nicht bezahlen. Es wächst auf seinem Land. „Kosten fallen nur für die Ernte an“, sagt der Baumschulbetreiber.Darüber hinaus könne man argumentieren, dass ihm circa 1000 Euro an Pachteinnahmen entgehen, die er durch die zwei Hektar große Fläche entgehen.
„Das wären dann 1500 Euro pro Jahr, die ich kalkulieren muss“, bilanziert Schröder. Die Ersparnis liege bei 5300 Euro im Jahr, wenn kein Holzhackschnitzel hinzugekauft werden müsse.
50.000 Euro für Anlage
Eingerechnet werden müssen auch die Anschaffung der Anlage sowie die Umrüstung der Haushalte auf das neue Heizsystem. „Das hat ungefähr 50.000 Euro gekostet“, berichtet Schröder. Eine neue Heizungsanlage hätte er aber so oder so anschaffen müssen – in drei Häusern.
So habe er auf ein völlig neues System gesetzt, in dem das gehäckselte Elefantengras, das per Schneckenförderung aus einem Bunker eingespeist wird, verbrannt werde.
