Kayhausen - Eine Weile hat es gedauert, jetzt kann Gerhard Langner endlich losfahren: Für eine Herzklinik in der weißrussischen Stadt Mogilew konnte Langner einen Krankenwagen besorgen. Der wird dort dringend benötigt. Bereits in der vergangenen Woche wurde ein ganzer Lkw von Langner und seinen Mitstreitern mit Spenden vollgepackt und nach Mogilew geschickt.
Den Wagen zu organisieren war aber gar nicht so einfach für den engagierten Helfer. Erste Recherchen im Internet waren frustrierend. Entweder war die Laufleistung viel zu hoch, der Motor oder gleich der ganze Wagen kaputt oder jemand hatte das Fahrzeug bereits ausgeschlachtet. Für ein halbwegs anständiges Gefährt hätte Langner rund 20 000 Euro auf den Tisch legen müssen – zu viel.
In Thüringen wurde er schließlich fündig. Eine Familie hatte das Auto für den Transport eines Familienmitglieds im Wachkoma genutzt, brauchte es aber nicht mehr, weil die Krankenkasse ein anderes Fahrzeug genehmigt hatte.
Nur Blaulicht fehlte
Für rund 3000 Euro stand der voll ausgestattete Krankenwagen zum Verkauf – und Langner schlug zu. „Möglich war das nur wegen der tüchtigen und großherzigen Sponsoren“, erklärt Langner. Einzig das Blaulicht fehlte und auch die Farbe wurde zwischenzeitlich geändert.
Damit aus dem Gefährt wieder ein richtiger Krankenwagen werden konnte, brauchte Langner Hilfe – und war wieder einmal ob der riesigen Hilfsbereitschaft gerührt, zumal er auf professionelle Hilfe angewiesen war. „Drei Firmen haben mir da sehr geholfen“, sagt der Kayhauser.
Zwei Firmen aus Friesoythe (Jannink und Industrielackierung R&R) und eine aus Oldenburg (Schmidt+Koch) hätten bei dem Wagen eine Inspektion gemacht, die Frontscheibe erneuert, neue Räder besorgt, sich um Auspuff, Bremsen, Lackierung, Innenbeleuchtung und natürlich das Blaulicht gekümmert. Nach ein paar Wochen war der Wagen endlich startklar. „Die haben sich enorm eingebracht, um das Fahrzeug fit zu machen“, meint Langner.
Jetzt muss der Krankenwagen nur noch ins etwa 1700 Kilometer entfernte Mogilew, wo er gebraucht wird. Langner wird ihn persönlich dorthin fahren. Am Donnerstag bekam er das Visum und machte sich auf den Weg. „Am Freitagabend bin ich an der polnisch-weißrussischen Grenze“, schätzt er.
Zurück mit dem Bus
Natürlich kommt Langner nicht mit einem leeren Wagen vorgefahren. Eingepackt hat er Kleidung, Schuhe, Spielzeug, ein paar Geschenke für befreundete Familien vor Ort und Süßigkeiten. Zwei Wochen will er in Weißrussland verbringen. „Hilfstransporte müssen in Minsk abgewickelt werden, bevor sie freigegeben werden“, erklärt Langner. Um die Sache zu beschleunigen will er selbst vor Ort sein. „Beim letzten Mal hat es ein Vierteljahr gedauert.“
Nach den zwei Wochen geht es wieder zurück nach Deutschland – dann aber mit dem Bus.
