Im Nordwesten - Wasserstoff ist ein wichtiger Energieträger der Zukunft. Doch noch gibt es viel zu tun, um ihn als Ersatz für fossile Brennstoffe effizient und rentabel nutzen zu können. Welche das sind, und warum es wichtig ist, mit anderen Ländern zusammenzuarbeiten, war am Freitag Thema der digitalen „Hydrogen Cross Border Conference“ mit vielen Experten aus den Niederlanden und Deutschland.
Einsatz in der Industrie
Viele Energieversorger, darunter auch die EWE, haben bereits Projekte gestartet, um klimaneutral zu werden – sei es nun die Speicherung von Wasserstoff in Salzkavernen oder der Ausbau von (Offshore-)Windenergie, um mehr Strom aus erneuerbaren Energien zu erzeugen und diesen wiederum zur Wasserstofferzeugung zu nutzen. Als Schlüssel zum Erfolg gilt unter den Experten, die an der Konferenz teilgenommen haben, eine intakte Wertschöpfungskette. Das heißt, Angebot und Nachfrage müssen sich die Waage halten.
Zurzeit befinde man sich aber noch „in einem Teufelskreis, da niemand in Vorleistung gehen möchte“, sagte Dr. Alice Elliott, bei Shell Expertin für Energiewende. „Wir müssen sicherstellen, dass vom Transport bis zur Speicherung und Nutzung alles geregelt ist“, sagte sie. Sonst funktioniere es einfach nicht. Hier sei auch der Staat gefragt, Wasserstoff langfristig stärker zu subventionieren und fossile Energieträger entsprechend zu verteuern. Wichtig sei auch ein gutes Timing beim Aufbau der Infrastruktur. „Es macht keinen Sinn, einfach irgendwo Tankstellen hinzubauen, sondern nur da, wo sie auch benötigt werden“, sagte André Engelbrecht (EWE) und sprach unter anderem die Kosten von knapp zwei Millionen Euro je H2-Tankstelle und langwierige Genehmigungsverfahren an.
Schiene und Straße
Grundsätzlich sei es sinnvoll, Wasserstoff überall da einzusetzen, wo Batterien nicht ausreichend leisten können – aber auch da, wo das Stromnetz ein limitierender Faktor sei, erklärte Dirk Schaap vom Ministerium für Infrastruktur und Wasserwirtschaft in Den Haag. Klaus Stolzenburg, Geschäftsführer des Ingenieurbüros Planet aus Oldenburg, sagte, dass bereits Wasserstoffbusse in dritter Generation im Einsatz sind. Die langjährigen Erfahrungen würden nun auch der Entwicklung von Wasserstoff-Lkw zugute kommen. Auch auf der Schiene läuft es gut. Alstom hat entsprechende Züge in der Personenbeförderung im Einsatz.
Schifffahrt
Wasserstoff werde auch in der Schifffahrt und Hafenlogistik wichtig, doch noch hapere es vor allem an den fehlenden Regularien, sagte Maria Schippers von HGK Shipping. Dr. Matthäus Wuczkowski, Manager Nachhaltigkeit und Innovation bei Niedersachsen Ports, erklärte, dass ein Modell für Häfen auch rentabel sein müsse. Effizientere Antriebsarten seien eine weitere Voraussetzung, um nicht zu viel des absehbar knappen Energieträgers zu benötigen.
Fazit
In den Vorträgen wurde deutlich, dass Wasserstoff einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten wird. Allerdings hapere es oft an Fördermöglichkeiten, Infrastruktur und entsprechenden Regularien. Hier sei auch der Staat gefragt, die passenden Rahmenbedingungen zu schaffen.
