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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Niedersachsens Grüne kämpfen gegen A20

13.07.2018

Im Nordwesten /Hannover Niedersachsens Grüne versuchen mit aller Macht, den Bau der Küstenautobahn (A 20) durch den Nordwesten noch zu verhindern. Sie legen dazu einen Antrag in der nächsten Sitzung des Landtags vor. „Wir halten jede weitere Planung und den Bau der A 20 in Niedersachsen für unverantwortlich“, sagte Grünen-Verkehrsexperte Detlev Schulz-Hendel der NWZ. Die Trasse verlaufe zum Teil durch „17 Meter tiefe Moorschichten“.

NWZ-Kommentar:„Grüne Bremser“ von Gunars Reichenbachs

Das Absacken ganzer Autobahnteile in Mecklenburg-Vorpommern sei ein Warnsignal. „Die Vorfälle machen sehr deutlich, dass die Böden in Moorgebieten kaum beherrschbar sind“, betont Schulz-Hendel: „Die Landesregierung konnte bisher keine Garantie abgeben, dass ein Absacken auch mit anderen Bauverfahren ausgeschlossen werden kann.“ Niedersachsens rot-schwarze Regierung renne „sehenden Auges in die Katastrophe“.

Streitthema A20 – Das sind die Argumente

Pro: Die A 20 ist Teil einer großräumigen nördlichen Ost-West-Verbindung zwischen Polen und bis weit nach Westeuropa. Alle wichtigen Häfen der Nord- und Ostsee liegen auf dem Weg. Die EU stuft die Küstenautobahn als ein herausragendes Projekt der europäischen Verkehrsströme ein.

Contra: Die Trasse, die die bestehende Autobahn in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein fortführt, durchschneidet wertvolle Moorgebiete. Wegen der Schwierigkeiten sagen Ingenieure nur eine Lebensdauer von zehn, statt 25 Jahren voraus. Zugleich sei die Wirtschaftlichkeit nicht gegeben.

Auch bei der Kosten-Nutzen-Analyse „versinkt die Küstenautobahn in der Bedeutungslosigkeit“, ergänzt der Verkehrsexperte, der die veranschlagten Kosten von 2,6 Milliarden Euro plus Elbquerung bei Glückstadt (600 Millionen Euro) für nicht beherrschbar hält. Die Grünen fordern als Ersatz den „dreistufigen Ausbau vorhandener Straßen und kleinräumige Ortsumgehungen“.

Niedersachsens Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU) weist den Grünen-Antrag zum Planungs- und Baustopp der A 20 zurück. Es gebe „keine Zweifel an der Wirtschaftlichkeit“, betont sein Ministerium. Und die Auswirkungen der Autobahn auf Mensch und Umwelt „werden bei der Planung berücksichtigt“. „Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen“ würden den Eingriff in die Natur mildern. Die A 20 sei von überragender Bedeutung für eine Ost-West-Verbindung.

Gunars Reichenbachs
Redaktion Hannover
Tel:
0511/1612315

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