Im Nordwesten - Patienten kommunaler Krankenhäuser müssen an diesem Mittwoch auch im Nordwesten mit Warnstreiks von Ärzten rechnen. Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund will mit den ganztägigen Aktionen Druck in den festgefahrenen Tarifverhandlungen machen. Eine zentrale Kundgebung ist in Frankfurt am Main geplant. Zum bundesweiten Warnstreik aufgerufen sind Ärzte in den tarifgebundenen kommunalen Kliniken außer in Hamburg und Berlin.
Im Nordwesten sind die Ammerland-Klinik (Westerstede), die Karl-Jaspers-Klinik (Wehnen), das Klinikum Oldenburg, sowie Häuser in Leer, Emden, Aurich, Norden, Weener und Wittmund zur Teilnahme aufgerufen. In Ostfriesland, in Friesland und im Ammerland hat der Aufruf jedoch kaum Auswirkungen, versichern Kliniksprecher. Am Klinikum Leer wollen einige Assistenzärzte dem Aufruf der Gewerkschaft folgen. Auswirkungen auf den Ablauf habe das jedoch nicht.
Patienten bräuchten sich keine Sorgen machen, betont das Klinikum Oldenburg. „Es gibt – wie bei Streiks zwingend erforderlich – eine Notdienstvereinbarung mit der Gewerkschaft, in dem Fall mit dem Marburger Bund, die die Durchführung aller medizinisch erforderlichen Eingriffe gewährleistet“, sagte Barbara Delvalle, Pressereferat des Klinikums. Und Ammerland-Geschäftsführer Robert Hoffmeister wies darauf hin, dass das volle Operationsprogramm stattfinde. Das Krankenhaus sei nur wenig betroffen.
Der Marburger Bund hatte die Tarifgespräche für 55 000 Ärzte in den insgesamt mehr als 500 kommunalen Kliniken Mitte März für gescheitert erklärt. Vorbereitet wird auch eine Urabstimmung über unbefristete Streiks. Der Verband fordert fünf Prozent mehr Geld bezogen auf ein Jahr und Begrenzungen von Bereitschaftsdiensten durch mindestens zwei freie Wochenenden im Monat.
