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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Landwirtschaft: Milchbauern drohen Einbußen

04.05.2018

Im Nordwesten In den Supermarktregalen zeichnet sich ein deutlicher Preisrückgang bei der Milch ab. Der Discounter Aldi Süd kündigte auf Nachfrage an, seine Preise für den Liter frische Vollmilch in der untersten Klasse ab Donnerstag um neun auf 69 Cent zu senken. Ein Liter fettarme Milch der Eigenmarke soll dann statt 68 nur noch 61 Cent kosten. Das entspricht einem Rückgang von 11,5 Prozent bei Vollmilch und 10,3 Prozent bei fettarmer Milch.

Andere Supermarktketten äußerten sich zunächst nicht zu möglichen Änderungen. Die von Aldi festgelegten Milchpreise gelten in der Regel aber als Orientierungswert. Grund für den Preisrückgang sei die zuletzt wieder gestiegene Milchmenge, sagte Björn Börgermann vom Milchindustrieverband.

Der Sprecher des Deutschen Milchviehverbands, Hans Foldenauer, sieht die Entwicklung kritisch: „Es ist zu viel Milchmenge in dem Bereich da, und die Molkereien haben sich bei den Verhandlungen mit dem Handel wieder gegenseitig unterboten. In der Summe sind es wir Milchbauern, die dafür die Zeche zahlen.“ Ähnlich sieht es Ottmar Ilchmann (Rhauderfehn), Landesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft. „Auf Dauer werden kleinere Betriebe verschwinden, die großen fangen das leichter auf“, sagt er auf Nachfrage der NWZ. Ilch­mann befürwortet daher „eine Regulierung der Milchmenge in Krisenzeiten“. Gegebenenfalls müssten „Anreize dafür geschaffen werden“. Auch die Molkereien müssten dabei helfen, etwa durch eine festgelegte Liefermenge.

Anders sieht es bei Butter aus. Sie wird für die Kunden ab Donnerstag wieder teurer. Aldi Süd plant, den Preis für das 250-Gramm-Stück um 20 Cent auf 1,79 Euro zu erhöhen. Das bedeutet einen Anstieg um rund 12,6 Prozent.

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Frank Feuerriegel, Geschäftsführer der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen, hat Verständnis für die Sorgen der Milchbauern. Eine Abwärtsspirale sieht er allerdings nicht. „Der Markt hat sich geändert. Die unterschiedliche Verwertung von Milch fällt immer stärker ins Gewicht“, sagt er auf Nachfrage der NWZ. Während die Preise im Fettmarkt (etwa Butter) steigen, verharren sie im Magermilchpulvermarkt seit längerer Zeit auf einem sehr niedrigen Niveau. Dazwischen liegen die Milchfrischeprodukte. „Da sich diese Tendenzen gegenseitig aufheben, haben wir zurzeit eine Stagnation des Marktes.“

Sabrina Wendt Redakteurin / Gesamtleitung Ostfriesland
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