IM NORDWESTEN - Pflanzenöl und Stärke machen zwar keinen Käse, aber ein billiges Lebensmittel-Imitat, das man Gästen in Restaurants und Imbiss-Stuben immer öfter auf die Pizza streut – nur die Kunden merken nicht, wie in der Gastronomie mit solchen Tricks gespart wird.

Die Qualitätserzeuger der regionalen Lebensmittel-Wirtschaft bleiben beim Original und sind gegen die Plagiate aus dem Labor. „Wir haben kaum eine Möglichkeit, die Fälschungen zu verhindern. Wir können unseren Kunden nur versichern, dass bei uns auch echte Schokolade im Keks ist, wenn es draufsteht“, erklärt Harald Scherer, Werkleiter bei Bahlsen in Varel.

Die Hamburger Verbraucherzentrale hat jetzt eine aktuelle Liste veröffentlicht, die dokumentiert, welche Produkte nachgemacht werden und woran man sie erkennt. „Immer auf das Kleingedruckte auf den Lebensmittel-Verpackungen achten, nicht von bunten Bildern täuschen lassen“, rät Silke Schwartau von der Verbraucherzentrale Hamburg.

Lebensmittelkontrolleure in Hessen haben bei zwei Drittel von 528 überprüften Gaststätten sogenannten Mogel-Schinken auf der Pizza und in überbackenen Nudeln gefunden. Die Gäste seien nicht auf die Imitate hingewiesen worden. „Das ist üble Verbrauchertäuschung“, betont Verbraucherschutz-Staatssekretär Mark Weinmeister.

Schummel-Käse sei nicht gesundheitsschädlich, aber minderwertig, sagt Godja Sönnichsen von Nordmilch. Nordmilch betreibt in Edewecht die größte Käserei Europas.


Kommentar, S.4

Hintergrund, S.5

Infos unter www.vzhh.de