Im Nordwesten - In der Nachbarschaft, in der Verwandtschaft oder über Online-Plattformen zeigen sich immer mehr junge Menschen mit Senioren solidarisch. Sie erkundigen sich bei den Älteren, ob sie die täglichen Einkäufe erledigen sollen. Obst, Brot, Gemüse – diese Lebensmittel kann man meist schlecht rationieren.
Besonders für allein lebende Senioren ist die aktuelle Hilfsbereitschaft wichtig. Denn das Coronavirus trifft alte Menschen manchmal gesundheitlich schwer. Um das Ansteckungsrisiko zu minimieren, sollten gerade sie zu Hause bleiben. Doch was machen die Hilfsbedürftigen oder auch die Gesunden, die nicht in den Supermarkt wollen, wenn keiner die Einkäufe für sie erledigt? Unterschiedliche Märkte haben Online-Dienste im Angebot: Ein Überblick für den Nordwesten.
Combi
Einige Combi-Supermärkte der im Nordwesten ansässigen Bünting-Gruppe (Leer) bieten an, Lebensmittel und andere Produkte online in einen Warenkorb zu legen und den Einkauf einen Tag später fertig gepackt im Markt abzuholen. In den Combi-Märkten in Oldenburg und in Edewecht beispielsweise haben Kunden diese Möglichkeit. Und auf der Internetseite des Marktes ist es nach Angaben eines Sprechers sogar möglich, online zu bestellen und sich per Paketdienst den gesamten Einkauf vor die Haustür bringen zu lassen. Esther Ritthoff von der Bünting-Gruppe sagt der NWZ zur Zunahme der Online-Bestellungen: „Wir können bestätigen, dass wir analog zum stationären Handel eine erhöhte Nachfrage auch beim Lieferservice spüren.“
Famila
Die Famila-Märkte hingegen, auch Unternehmen der Bünting-Gruppe, verfügen über dieses Online-Angebot nach Auskunft bislang nicht.
Rewe
Auch die Rewe-Märkte bieten in einigen Filialen einen Abhol-Service an. Laut Homepage können Online-Einkäufer zum Beispiel in Garrel, Rastede oder Edewecht Lebensmittel und andere Produkte gepackt im Markt abholen. Seit Anfang 2018 ist zudem – laut Pressestelle – der Rewe-Paketservice für alle Partner-Produkte bundesweit und damit auch im Nordwesten verfügbar. Somit können sich Kunden Waren – wie bei Combi über die Homepage von Rewe – an die Haustür liefern lassen. Dazu gehören auch Rewe- Eigenmarken und Aktionsartikel.
Edeka
Da die Edeka-Filialen weitgehend eigenständig handeln, entscheidet dort jeder Filialleiter für sich, was er anbietet. Das erklärte Julia Katharina Simon von Edeka Hannover/Minden auf Anfrage der NWZ. „Als genossenschaftlicher Unternehmensverbund sind wir dezentral organisiert. Das heißt, dass die selbstständigen Kaufleute über die Einrichtung eines Lieferdienstes entscheiden.“
Bedeutet also: Dort müssen die Kunden in jedem Markt einzeln nachfragen.
Aldi
Der Discounter Aldi plant aktuell nicht, einen Lieferdienst für Lebensmittel einzurichten. „Im Rahmen von ,Aldi liefert‘ bieten wir unseren Kunden ausschließlich unterschiedliche Aktionsangebote aus dem Non Food-Bereich an“, sagte Aldi-Sprecherin Verena Lissek. „Aktuell ist die Warenverfügbarkeit in unseren Märkten sichergestellt.“
Kleine Lieferschwierigkeiten können derzeit laut aktueller Meldung aber bei dem Online-Service auftreten. „Aufgrund der aktuellen Situation ist es leider nicht auszuschließen, dass es auch bei unserem Online-Shop ,Aldi liefert’ in Einzelfällen zu verspäteten Lieferungen der Artikel kommt.“
Aktiv Irma
Aktiv Irma, weit verbreitet im Oldenburger Raum, verfügt über dieses Angebot eigentlich nicht, so eine Sprecherin. Es würden wegen der aktuellen Lage aber zwischendurch Ausnahmen für ältere Menschen gemacht. Senioren könnten anrufen: Falls genug Personal da sei, würden die Märkte versuchen einen Korb zusammenzupacken. Abholen müsste diesen aber der Kunde oder ein von diesem Beauftragter.
Netto
Der Discounter Netto äußerte sich auf Anfrage nicht. Laut Angaben der offiziellen Homepage sind diese Online-Dienste nicht vorhanden.
