Nordenham/Panglao - Auf der einen Visitenkarte ist er als Kommandant der Küstenwache abgebildet, auf der anderen befindet sich das Emblem seiner Tauchschule. Holger Horn könnte noch weitere Karten drucken lassen, die ihn zum Beispiel als Hubschrauberpiloten, Kampfsporttrainer, Hochschuldozenten, Polizeiausbilder oder Inhaber eines exklusiven Urlaubsresorts ausweisen. Der gebürtige Nordenhamer hat in seinem Leben eine Menge erreicht und sich viele Träume erfüllt. Den Ausschlag dafür gab eine weitreichende Entscheidung, die er 1994 traf. Damals fasste Holger Horn den Entschluss, auf die Philippinen auszuwandern.
In FAH aufgewachsen
Zu Asien fühlte sich der 54-Jährige schon immer hingezogen, weil dort die Wurzeln des von ihm mit Leidenschaft betriebenen Taekwondo und anderer Kampfsportarten liegen.
Nach seiner Schulzeit in Friedrich-August-Hütte ließ er sich bei der Firma Heinrich Janßen zum Elektroinstallateur ausbilden. „Schon damals hatte ich ständig Asien und Kampfsport im Kopf“, sagt Holger Horn. Aber zunächst trat er Jobs bei Felten und Kronos Titan an.
1994 zog Holger Horn einen Strich unter sein bisheriges Leben. „Nordenham war mir zu klein geworden“, erzählt er, „ich bin da mit dem, was ich gerne machen wollte, an Grenzen gestoßen.“ Er blieb allerdings noch drei Jahre in Berlin hängen und arbeitete als Personenschützer, bevor es im Dezember 1997 endgültig auf die Philippinen ging.
Die aus 7107 Inseln bestehende Pazifik-Republik hatte Holger Horn in den Achtziger Jahren kennen und schätzen gelernt, als er mit seiner damaligen, von den Philippinen stammenden Freundin dorthin gereist war.
Über schon bestehende Kontakte wollte Holger Horn sich einen Job in der Sicherheitsbranche suchen. Doch es kam alles ganz anders. Auf seiner ersten Station in Angeles-City lernte er jemanden kennen, der ihn zu einem Besuch auf der Insel Cebu einlud. Dort reifte die Idee, sich zum Tauchlehrer ausbilden zu lassen. „Mit Tauchen hatte ich bis dahin nichts am Hut“, sagt Holger Horn. Heute liebt er diesen Sport: „Das ist für mich wie Meditation.“
Nach diversen Kursen hat Holger Horn es mittlerweile in dem weltweit anerkannten Verband PADI zum Master-Instructor gebracht. Er arbeitete in mehreren Tauchschulen und sammelte Erfahrungen, bevor er sich selbstständig machte. Zunächst stieg der Nordenhamer 2000 als Partner in eine Tauchschule auf Cebu ein. Acht Jahre später gründete er sein eigenes Unternehmen auf Bohol. Es heißt Philippine Fun Divers. Zu der Tauchschule gehört ein 5-Sterne-Hotel mit 54 Zimmern. 80 Mitarbeiter sind bei ihm beschäftigt.
Insulaner auf Bohol
Die Insel Bohol – genauer gesagt: der kleine Ort Panglao mit seinem traumhaften Alona-Strand am Südchinesischen Meer – ist seitdem Holger Horns Zuhause. Und er lässt keinen Zweifel daran, dass er sich dort äußerst wohl fühlt: „Ich lebe im Paradies“, sagt Holger Horn. Nicht nur das warme Klima und die Natur haben es ihm angetan, sondern auch die Menschen mit ihrer „sehr freundlichen und liebenswürdigen Art“.
