Beide Artikel auf einen Blick in der Zeitung zu sehen, drückt meines Erachtens genau die Doppelmoral aus, die zurzeit in der Gesellschaft vorherrscht.
Ich als Schafzüchterin bin in der Lammsaison. Das heißt, um allen Tieren und Geburten gerecht zu werden, stehe ich nachts auf, um zu kontrollieren und gegebenenfalls einzugreifen.
So gehe ich in dieser Zeit nicht mehr außer Haus bzw. lade Freunde zu mir selbst ein, damit ich jederzeit bei den Tieren sein kann.
Und wenn man schon so wie ich, mal einen Übergriff erlebt hat, ist es egal, ob es ein Hund oder ein Wolf war. . .
. . . diese schreckliche Erfahrung werde ich nie wieder los.
Als ich von den Rissen in Ovelgönne und Seefeld gehört habe und dann auch noch die Sichtung eines Wolfes in der Lerchenheide – zwei Kilometer von hier – publik wurde, war ich fast so weit, alles zu verkaufen. Aber das geht aus Tierschutzgründen nicht, denn die Trächtigkeit ist zu weit fortgeschritten.
Was soll ich tun ?????
Irgendwann kommt die Zeit, auf die ich mich sehr freue, meine Mutterschafe mit ihren Lämmern auf die Weide zu lassen, denn es sind Weidetiere! Oder ist es nicht gewollt ???
Dabei habe ich aber immer die Angst auf Übergriffe im Hinterkopf. Gerne lade ich das Publikum, das am Freitag Abend bei der Lesung von Herrn Hoppe war, zu mir auf den Hof ein, damit sie ein Gefühl dafür bekommen, was es bedeutet, den Tieren gerecht zu werden.
