Oldenburg - Was tun, wenn ein Inkassobüro Forderungen stellt oder auf der Handyrechnung plötzlich dubiose Drittanbieter für Dienste Geld verlangen? Die Verbraucherzentrale Oldenburg rät erstmal eines: „Nicht gleich zahlen, sondern die Ruhe bewahren und sich Hilfe holen“, erklärt Sabine Oppen-Schröder. Denn ist der Betrag erstmal überwiesen oder bar bezahlt, sei das Geld meistens weg.

Mehr als 119 000 Verbraucher haben im vergangenen Jahr Rat in den elf Beratungsstellen in Niedersachsen gesucht. In der Beratungsstelle in Oldenburg waren es 2015 insgesamt 7220 Personen.

„Gefragt waren vor allem die Beratungsfelder Verbraucherrecht, Energie, Energierecht, Telefon und Internet“ , sagt Michael Rohrmann.

Dazu zählen etwa Probleme mit Handwerker-, Not-, Kunden- und Reparaturdiensten aber auch Abonnements, Haustürgeschäfte oder Gewinnversprechen. Meistens seien Ältere von Haustürgeschäften betroffen, „da sie höflich bleiben und nicht so schnell abwimmeln“, erklärt Oppen-Schröder.

Viele Fragen haben Verbraucher auch zum Widerrufsrecht. Welche Fristen gelten? Wann startet eine Frist? Wie muss ein Widerruf aussehen?


Vermehrt beschäftigt sich die Verbraucherzentrale zurzeit mit Anfragen zum Thema Abo-Fallen etwa bei Partnervermittlungen oder Drittanbieter-Abos für Smartphones. „Meistens wird mit günstigen Testzugängen gelockt. Wer allerdings nicht rechtzeitig widerruft, muss nach Ablauf der Testphase automatisch den vollen Betrag zahlen“, erklärt Karin Goldbeck. Die Hinweise, dass der Vertrag nach Ablauf der Testphase automatisch weiterlaufe – dann allerdings zum vollen Preis – sei meist gut versteckt und werde von Verbrauchern daher übersehen.

Wer Post von Inkassounternehmen erhält, sollte erst einmal seine Kontoauszüge prüfen, ob es wirklich offene Forderungen gibt. Auf keinen Fall sollte überhastet gezahlt werden, erklärt Rohrmann. Außerdem sollte geklärt werden, ob das Inkassounternehmen überhaupt eine Genehmigung hat.

Tipps können sich Betroffene im Internet auf der Website der Verbraucherzentrale holen, in den Broschüren nachschlagen, anrufen oder einen Termin vereinbaren. Vorsicht sei bei der selbstständigen Recherche im Internet geboten. „Nicht selten wird Halbwissen verbreitet oder rechtliche Grundlagen sind veraltet“, sagt Karin Goldbeck.

Sabrina Wendt
Sabrina Wendt Thementeam Wirtschaft