Berlin - In Deutschland geben immer mehr Bauern ihre Höfe auf. Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe hierzulande ist von 686 800 im Jahr 1989 auf 285 000 im Jahr 2013 zurückgegangen, heißt es nach NWZ -Informationen in der Antwort des Bundesagrarministeriums auf eine Anfrage des Grünen-Bundestagsabgeordneten Friedrich Ostendorff. Vom Höfe-Sterben besonders betroffen waren zuletzt Betriebe mit Milchvieh. Deren Zahl verringerte sich den Angaben zufolge in den vergangenen 25 Jahren von 302 200 auf 78 800. Die Zahl der Betriebe mit Mastschweinen ging von 292 400 auf 46 200 zurück.

Nach Angaben des Ministeriums hat die Entwicklung vielfältige Ursachen. „Insbesondere ist hier der technische Fortschritt zu nennen und die damit verbundene Möglichkeit, je Betrieb größere Flächen zu bewirtschaften beziehungsweise größere Tierbestände zu halten“, so Agrarstaatssekretärin Maria Flasbarth (CDU).

Grünen-Agrarexperte Ostendorff erklärte, natürlich gebe es ein Problem bei der Übergabe an die nächste Generation. „Die meisten haben aber auch aufgegeben, weil sie beim mörderischen Preiskampf nicht mehr mithalten können. Ein kleiner Schweinebauer mit 300 Tieren hat keine Chance gegen eine industrielle Mastanlage, in der 5000 Tiere stehen.“ Die Ställe und die bewirtschafteten Flächen würden immer größer, es herrsche ein ruinöser Preiswettbewerb: „Wir befinden uns leider in einem Teufelskreis, der immer mehr Bauern zur Aufgabe treibt.“