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Trend In Niedersachsen Bewerber für Lehrstellen zu wenig oder zu schwach

Hannover/Oldenburg - Einerseits sind – wie berichtet – bundesweit 21 000 Schulabgänger des Jahres 2013 noch ohne Lehrstelle. Andererseits können – auch in Niedersachsen – immer mehr Unternehmen nicht mehr alle Ausbildungsplätze besetzen. Wie aus den am Montag veröffentlichten Ergebnissen der Ausbildungsumfrage der Industrie- und Handelskammern (IHK) in Niedersachsen hervorgeht, blieben 2013 bei knapp 23 Prozent aller Betriebe Lehrstellen unbesetzt. Bei der ersten Ausbildungsumfrage 2006 habe der Anteil lediglich bei 13,5 Prozent gelegen.

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Im Oldenburgischen Kammerbezirk seien die Zahlen ähnlich, sagt Dr. Thomas Hildebrandt, IHK-Geschäftsführer Aus- und Weiterbildung. Hätte man im Oldenburgischen Kammerbezirk alle Ausbildungsplätze besetzen können, hätte es 713 Lehrstellen mehr gegeben, rechnet er vor.

Als Gründe für die Nichtbesetzung von Ausbildungsplätzen gaben die rund 1250 befragten Unternehmen in Niedersachsen sowohl rückläufige Bewerberzahlen als auch die mangelnde Ausbildungsreife der Jugendlichen an. Jedes zweite Unternehmen habe demnach angeführt, weniger Bewerbungen um Lehrstellen zu bekommen als in früheren Jahren. Neben dem demografischen Wandel spiele hier auch eine Rolle, dass immer mehr Jugendliche heute eine Hochschulzugangsberechtigung hätten, so Hildebrandt.

Rund die Hälfte der befragten Firmen beklagte allerdings auch die mangelnde Leistungsbereitschaft und Motivation sowie Disziplin und Belastbarkeit heutiger Schulabgänger. Auch die schulischen Qualifikationen stehen in der Kritik. „Mündliches und Schriftliches Ausdrucksvermögen sowie elementare Rechenfertigkeiten sind viel zu oft unzureichend“, heißt es in der Analyse durch die federführende IHK Hannover.

Positiv bewerten die Kammern, dass viele Betriebe der Entwicklung nicht tatenlos zusehen würden. „Erfreulicherweise reagieren die Unternehmen auf rückläufige Bewerberzahlen und die Ausbildungshemmnisse schon jetzt sehr flexibel: Sie bieten vermehrt Praktika an, suchen Kontakt zu den Schulen und unterstützen auch leistungsschwächere Jugendliche“, so Dr. Horst Schrage, Hauptgeschäftsführer IHK Hannover.


Praktika wichtig

So stehen bei den Maßnahmen gegen rückläufige Bewerberzahlen Praktikumsplätze aus Sicht der Unternehmen ganz oben (30,4 Prozent, Mehrfachnennungen möglich). „Praktika werden zum verlängerten Arm der Betriebe bei der Rekrutierung von Auszubildenden“, sagt Hildebrandt. Viele Betriebe erachten auch das Ausbildungsmarketing bei den Jugendlichen (27,4 Prozent) sowie Bildungspartnerschaften mit Schulen (16,4 Prozent) als wichtig.

Gleichzeitig würden sich viele Betriebe auf lernschwächere Jugendliche einstellen. Mehr als jedes dritte Unternehmen biete ein eigenes Nachhilfeangebot an; 23,8 Prozent der befragten Unternehmen nutzen Hilfen der Arbeitsagenturen. 23,7 Prozent gaben an, dass sie grundsätzlich auch ohne öffentliche Unterstützung lernschwächeren Jugendlichen eine Chance geben würden.

Jörg Schürmeyer
Jörg Schürmeyer Thementeam Wirtschaft
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